Gerhard Marcks (1889–1981) ist der zentrale Bildhauer der modernen figürlichen Tradition in Deutschland zwischen 1930 und 1960. Für ihn ist das Zeichnen die wichtigste Methode, um Formen zu entwickeln: das Studium des Modells als wesentlicher Schritt vor der freien Gestaltung einer Skulptur. 

Die Ausstellung präsentiert an die 100 Zeichnungen, druckgraphische Blätter, Studien und Ideenskizzen aus der Hand des Künstlers. In Gegenüberstellung mit mehr als 20 Modellen und vollendeten Skulpturen wird sein gestalterischer Weg zum Bildwerk sichtbar.

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Gerhard Marcks, der zeitweise u.a. mit Käthe Kollwitz Mitglied in der Berliner Ateliergemeinschaft Klosterstraße ist und nach einer Professur in Hamburg von 1950 bis zu seinem Tod in Köln tätig ist, fertigt im Laufe seines Lebens eine unvorstellbare Zahl von Zeichnungen an: Geschätzt 80.000 bis 85.000 Blätter sind erhalten – überwiegend Studien, die dem Bildhauer dazu dienen, sich ein Modell mit all seinen Eigenschaften anzueignen, von Grundformen und Achsenbezügen über anatomische Detailaufnahmen bis hin zu Bewegungen und Haltungen.

Der Bildhauer zeichnet zwar nach Natur-Vorbildern, arbeitet seine Skulpturen jedoch nach den Zeichnungen: So greift Marcks beim Modellieren nicht auf ein anwesendes Modell zurück, sondern auf sein immenses Zeichnungsarchiv und komponiert die Plastiken aus Studien, die ihm für seinen jeweiligen Zweck geeignet scheinen.

Auf diese Weise entstehen im Schaffensprozess völlig neue Formen für seine Porträts und historischen, mythologischen oder biblischen Figuren – durch das Zurückdrängen von Details, die Betonung der Grundform bis hin zur Übertreibung, notfalls auch gegen die Gesetze der Anatomie und des  Bewegungsapparates.

Die Ausstellung beleuchtet in fünf Kapiteln unterschiedliche Aspekte seines Schaffens. Zusätzlich ist dem Wirken des Berliner Bildhauers in Köln ein eigener Bereich gewidmet: 
Gerhard Marcks und Köln

Auf Einladung von Josef Haubrich arbeitet Marcks ab 1950 an bedeutenden Aufträgen in Köln, wo ihm der Rat ein vom Architekten Wilhelm Riphahn erbautes Atelierhaus im Stadtteil Müngersdorf zur Verfügung stellt. Hier bleibt er bis zu seinem Tod im Jahr 1981. Sieben seiner Bildwerke sind heute in der Domstadt zu sehen.

Zu den Exponaten der Ausstellung zählen deshalb auch das Gipsmodell der »Trauernden«, 1946-49, dem Mahnmal für die Opfer des Zweiten Weltkriegs im Lichhof der romanischen Kirche St. Maria im Kapitol, und zwei in Bronze gegossene Versionen des »Albertus Magnus«, dessen überlebensgroße Ausführung von 1956 heute vor dem Haupteingang der Universität zu Köln steht. 


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ÖFFNUNGSZEITEN

Dienstag bis Freitag // 10–18 Uhr
Samstag, Sonn- und Feiertage // 11–18 Uhr
Montags geschlossen

EINTRITT 
5,00 € // erm. 2,00 €

So finden Sie uns


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FÜHRUNGEN

Öffentliche Führungen
Donnerstag 17 Uhr / Sonn- u. Feiertage 15 Uhr
Kosten: nur Eintritt
Themen und Termine


Individuelle Führungen
an Werktagen: 50 € zzgl. Eintritt
an Wochenenden und Feiertagen: 60 € zzgl. Eintritt
Schüler-/Studentengruppen: 20 € zzgl. Eintritt
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Privat geführte Gruppen: Bitte beachten Sie, dass auch für privat geführte Gruppen eine Anmeldung erforderlich ist!
Tel: 0221 / 227-2899 /-2602 oder museum@kollwitz.de


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Kuratorenführung 
So, 11.03.2018 // 15 Uhr
Was zeichnet der Bildhauer? 
mit Dr. Arie Hartog, Direktor Gerhard-Marcks-Haus, Bremen
Kosten: nur Eintritt


KOLLWITZ + CAMPUS
Führung und Forum für Studierende
Fr, 16.03. / 20.04. / 18.05.2018 // 16.30 Uhr
»Es ist ein Knie - sonst nicht«
Neben einer Führung durch die Ausstellung bietet diese Veranstaltung auch ein Forum für anregende Diskussionen
Kosten: Nur Eintritt
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VORTRÄGE + EXKURSION

Mi, 21. März 2018 // 18.30 Uhr 
Zeichnung, Plastik und Raum
Oder: Wie es Gerhard Marcks gelang, Adolf von Hildebrand und Auguste Rodin zu mischen
Vortrag von Dr. Arie Hartog
Kosten: 7,50 € / erm. 4,50 € (inkl. Ausstellung)
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So, 8. April 2018 // 11.30 Uhr
Marcks‘ »Trauernde« und Kollwitz‘ »Trauernde Eltern«
Zwei bedeutende Mahnmale gegen den Krieg
 
Stadtspaziergang mit Wolfgang Esch
Kosten: nur Eintritt
Begrenzte Teilnehmerzahl!
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Mi, 9. Mai 2018 // 18.30 Uhr
Gerhard Marcks und Köln
Vortrag von Prof. Henrik Hanstein
Kosten: 7,50 € / erm. 4,50 € (inkl. Ausstellung) 
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ANGEBOTE FÜR KINDER


So, 04.03. / 01.04. / 03.06.2018 // 16.00 Uhr
Kaffeekannen und Haarknoten?
Entdeckertour für Kinder ab 6 Jahren
Kosten: nur Eintritt
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Sa, 24.03. / 28.04. / 26.05.2018 // 14.00 – 17.00 Uhr
Du in 3-D
Samstagswerkstatt für Kinder ab 6 Jahren

Kosten: € 5,00 (inkl. Materialkosten)
Begrenzte Teilnehmerzahl! Anmeldung erforderlich.  
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Di bis Do, 27. – 29. März 2018 // 11–14 Uhr
Ferien in der Bildhauerwerkstatt! 
Osterferien-Workshop für Oma und Opa, Mama und Papa und für Kinder ab 6 Jahren
Kosten: € 80,00 (inkl. Materialkosten)
Begrenzte Teilnehmerzahl! Anmeldung erforderlich. 
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Entdeckerquiz
Für junge Kunstfreunde kostenlos an der Museumskasse erhältlich!


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Bildnachweise

Stehende, Hände vor dem Körper, 1947-50,
Bleistift, 37,6 x 27,2 cm
© Gerhard-Marcks-Stiftung, Bremen
und
Eva mit Schlange, 1956,
Bronze, h 106 cm
© Gerhard-Marcks-Stiftung, Bremen


Sitzender mit Buch, um 1955,
Bleistift, 44,2 x 32,4 cm
© Gerhard-Marcks-Stiftung, Bremen
und
Albertus Magnus (Modell II), 1955 / 1970,
Bronze, h 85 cm
© Kunsthaus Lempertz, Köln. Photo: Helmut Buchen


Stehender, Arme angewinkelt, 1935-36,
Bleistift, 38,8 x 25 cm
© Gerhard-Marcks-Stiftung, Bremen
und
Johannes, 1936,
Bronze, h 96 cm
© Gerhard-Marcks-Stiftung, Bremen


Engel, 1945,
Bleistift, 21,0 x 13,5 cm


Trauernde, um 1946,
Bleistift, 28,2 x 18,2 cm
© Gerhard-Marcks-Stiftung, Bremen
und
Trauernde, Totenmal für Köln,
Gipsmodell, 1947, h 133 cm
© Kunsthaus Lempertz, Köln, Photo: Saša Fuis


Afrikareise: Sitzender, 1955,
Bleistift, 18,6 x 12,8 cm (Ausschnitt)
© Gerhard-Marcks-Stiftung, Bremen


Für alle gilt 
© VG Bild-Kunst, Bonn 2018