VORTRÄGE
im Käthe Kollwitz Museum Köln
Käthe Kollwitz 1927,
Jury-Sitzung in der Preußischen Akademie
der Künste. Nachlass Kollwitz
© Käthe Kollwitz Museum Köln  
Mi, 11. Oktober 2017 | 18.30 Uhr 

im Rahmen der Sonderausstellung
KOLLWITZ NEU DENKEN
(29.09. – 10.12.2017)



»Die Akademie gehört doch zu den etwas verzopften Instituten, die beiseite gebracht werden sollten«
Käthe Kollwitz und die Preußische Akademie
Vortrag von Werner Heegewaldt

Käthe Kollwitz und die Preußische Akademie der Künste verbindet eine wechselvolle und für die Künstlersozietät nicht immer rühmliche Geschichte. Als eine der ersten Frauen 1919 auf Vorschlag von Max Liebermann in die traditionsreiche Akademie gewählt, wurde sie 1933 auf Druck der Nationalsozialisten gemeinsam mit Heinrich Mann zum Austritt gezwungen. Die Akademie leistete bis auf wenige Künstlerkollegen keinen nennenswerten Widerstand und passte sich geräuschlos den neuen Machthabern an.

In seinem Vortrag verfolgt Werner Heegewaldt die Spuren von Käthe Kollwitz in der Preußischen Akademie der Künste und stellt das in der heutigen Akademie verwahrte bedeutende Archiv der Künstlerin vor.


Zur Person:
 
Werner Heegewaldt, Direktor des Archivs der Akademie der Künste, Berlin

Kosten:
7,50 € // erm. 4,50 € (inkl. Besuch der Ausstellung)


.................................................................................

Willi Sitte, Massaker II, 1959
Öl auf Hartfaser
© VG Bild-Kunst, Bonn 2017
Foto: Willi-Sitte-Stiftung, Merseburg
Mi, 8. November 2017 | 18.30 Uhr 

im Rahmen der Sonderausstellung
KOLLWITZ NEU DENKEN
(29.09. – 10.12.2017)


Ungebrochene Aktualität – 
Käthe Kollwitz als Impulsgeberin für Preisträger
der Akademie der Künste (Ost)
Vortrag von Dr. Gisela Schirmer

Gemäß der Charta des Käthe-Kollwitz-Preises der Akademie der Künste (Ost) sollten bevorzugt Künstlerinnen und Künstler ausgezeichnet werden, die »Kunst als gesellschaftlichen Auftrag des Sozialismus, die Einheit von Überzeugung und Meisterschaft als Qualität in der Kunst der DDR« (Harri Nündel) für ihr eigenes Arbeiten anerkannten. Betrachten wir heute die Preisvergaben seit 1960, entsteht ein spezifisches aber höchst mehrdeutiges Tableau von künstlerischer Qualität, gesellschaftlicher Verantwortung, Kampfgeist und künstlerischer Unabhängigkeit.

In ihrem Vortrag thematisiert Gisela Schirmer die ungebrochene gesellschaftliche und historische Aktualität von Käthe-Kollwitz-Preisträgern der Akademie der Künste (Ost).


Referentin: 
Dr. Gisela Schirmer ist Kunsthistorikerin aus Osnabrück, ihre Forschungsschwerpunkte sind Käthe Kollwitz und die Kunst der DDR

Kosten:
7,50 € // erm. 4,50 € (inkl. Besuch der Ausstellung)


.................................................................................

Katharina Sieverding 2017
Foto: © Hps-poll / Wikipedia
Mi, 22. November 2017 | 18.30 Uhr

im Rahmen der Sonderausstellung
KOLLWITZ NEU DENKEN
(29.09. – 10.12.2017)


Katharina Sieverding
im Gespräch mit
Wulf Herzogenrath
 

Als Pionierin der Medienkunst erneuert Katharina Sieverding seit den 1960er Jahren mit ihren großformatigen Arbeiten das künstlerische Potential der Photographie. Ihr kreativer Umgang mit dem Politischen – nicht zitieren, benutzen, sondern »politisch schaffen« – zeichnet sie als Käthe-Kollwitz-Preisträgerin 2017 in besonderer Weise aus.

Im Rahmen der Ausstellung spricht Katharina Sieverding mit Prof. Dr. Wulf Herzogenrath, Direktor der Sektion Bildende Kunst der Akademie der Künste, Berlin, über ihre Arbeit, Käthe Kollwitz und den Preis. 


Kosten: 
7,50 € // erm. 4,50 € (inkl. Besuch der Ausstellung)


.................................................................................

Rückblick

Gustav Seitz, Käthe-Kollwitz-Denkmal, Berlin
© Gustav Seitz Stiftung 
Mi, 28.06.2017 | 18.30 Uhr 

im Rahmen der Sonderausstellung
GUSTAV SEITZ - EIN DENKMAL FÜR KÄTHE KOLLWITZ
(13.06. – 17.09.2017)


» … in Anbetracht der Einfachheit
dieser großen unvergesslichen Frau«

Entstehung und Kontext des Kollwitz-Denkmals
von Gustav Seitz
Vortrag von Dr. Jens Semrau

Das von Gustav Seitz (1906–1969) geschaffene Denkmal für den Kollwitz-Platz am Berliner Prenzlauer Berg, 1956 vom Magistrat der Stadt in Auftrag gegeben und 1961 errichtet, ist Ausdruck seiner bildnerischen und kulturpolitischen Integrität in den vom Kalten Krieg geprägten Jahren. Das Denkmal vermittelt ein Bild der Künstlerin in klarer, lakonischer Formensprache: Seitz erstrebt Allgemeingültigkeit statt der geforderten Repräsentationsform.

Gustav Seitz war als Nationalpreisträger der DDR hoch angesehen und leitete ein Meisteratelier für Bildhauerei an der Ostberliner Deutschen Akademie der Künste. Zuletzt wurde ihm die Enge der SED-Kulturpolitik unerträglich. Bereits während der Arbeit am Denkmal folgte er dem Ruf auf den Lehrstuhl für Bildhauerei an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg und wechselte 1958 von Ost-Berlin in die westdeutsche Hansestadt – vermied dabei jedoch, die Ostseite zu brüskieren.

In seinen Vortrag vermittelt der Berliner Kunsthistoriker Dr. Jens Semrau, wie der weitreichende zeithistorische Kontext des Denkmals bis in die Gegenwart wirkt.


Zur Person:
Dr. Jens Semrau ist Kunsthistoriker und Publizist in Berlin

Kosten:
7,50 € // erm. 4,50 € (inkl. Besuch der Ausstellung)


.................................................................................

Käthe Kollwitz, Die Pflüger,
wohl 1901, Öl/Pappe
© Akademie der Künste Berlin,
Kunstsammlung
Mi, 17.05.2017 | 19.00 Uhr 

im Rahmen der Sonderausstellung
AUFSTAND!
Renaissance, Reformation und Revolte
im Werk von Käthe Kollwitz
(10.03. – 05.06.2017)

Rechter Glaube – altes Recht – Widerstand.
Ereignis- und Deutungszusammenhänge
des Bauernkriegs von 1524/1525

Vortrag von Dr. Stephan Laux

Der Bauernkrieg von 1524/1525 ragt unter den bäuerlichen Empörungen in Europa bis zur Französischen Revolution deutlich heraus. Er inspirierte noch im 20. Jahrhundert Persönlichkeiten des kulturellen Lebens dazu, moralische und gesellschaftliche Werthaltungen mit dem Ereignis zu verbinden – so auch Käthe Kollwitz. Welche aber waren die Leitvorstellungen der historischen Akteure? Wie erklärt sich die beispiellose Gewalt zwischen den Aufständischen und ihren Obrigkeiten?

Der Vortrag thematisiert die Voraussetzungen des Geschehens sowie seine Rezeptionsgeschichte und stellt die Wahrnehmungen der Beteiligten in den Vordergrund.


Zur Person:
 
Dr. Stephan Laux ist Professor für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Trier

Kosten: 
7,50 € // erm. 4,50 € (inkl. Besuch der Ausstellung)


.................................................................................
 
Käthe Kollwitz, Aufruhr, 1899,
Strichätzung, Kaltnadel, Aquatinta,
Pinselätzung, Schmirgel und etwas Roulette,
mit roter Wasserfarbe und Tusche
überarbeitet auf Kupferdruckpapier
© Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett/Jörg P. Anders
Mi, 05.04.2017 | 19.00 Uhr 

im Rahmen der Sonderausstellung
AUFSTAND!
Renaissance, Reformation und Revolte
im Werk von Käthe Kollwitz
(10.03. – 05.06.2017)


»... nichts literarisch irgendwo Hergeholtes« 
Der Zyklus Bauernkrieg von Käthe Kollwitz
in seinen Bezügen zu Kunst- und Zeitgeschichte

Vortrag von Dr. Ekaterini Kepetzis

Ausgehend von dem historischen Bauernkrieg des 16. Jahrhunderts stellt Käthe Kollwitz in den sieben Blättern ihres Bauernkrieg-Zyklus’ dem Betrachter in eindrücklichen Bildern die Überzeitlichkeit von Armut, Aufbegehren und Ausgeliefertsein vor Augen.

Der Vortrag zeichnet in ausführlichen Werkanalysen und Vergleichen die Evolution der Radierfolge nach und fokussiert Kollwitz’ fruchtbare Auseinandersetzung mit Bildtraditionen und mit Künstlerkollegen.


Zur Person:
Dr. Ekaterini Kepetzis ist Akademische Oberrrätin am Kunsthistorischen Institut der Universität zu Köln

Kosten:
7,50 € // erm. 4,50 € (inkl. Besuch der Ausstellung)


.................................................................................

Käthe Kollwitz, Selbstbildnis,
Holzschnitt, 1922
© Käthe Kollwitz Museum Köln
Mi, 01.02.2017 | 18.30 Uhr

im Rahmen der Sonderausstellung 
»Die Seele nach außen« – Kollwitz in Selbstbildnissen
(12.01. – 22.02.2017)

Wege durch Seelenlandschaften
Vortrag und Führung
mit P. Werner Holter SJ und Hannelore Fischer
 

Die Selbstportraits von Käthe Kollwitz dokumentieren ihre intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit. Durch diese Arbeit versuchte die Künstlerin aber nicht nur sich selbst, sondern auch das Wesen des Menschen zu ergründen.
In seinem Kurzvortrag lässt sich P. Werner Holter SJ von den Blicken der Künstlerin befragen: Was löst die Wahrnehmung ihrer Selbstbildnisse beim betrachten aus? Und wie kann dabei, im Sinne der Künstlerin, Wesentliches für den Menschen auch in unserer Zeit zu entdeckt werden?

Im anschließenden Rundgang durch die Ausstellung spricht Hannelore Fischer, Direktorin des Käthe Kollwitz Museums, mit dem Theologen über die Biographie der Künstlerin und mögliche Deutungen ihrer Werke.


Zur Person:
Pater Werner Holter SJ ist Pfarrer an Sankt Peter im Kulturquartier am Neumarkt. Der Jesuit ist gleichzeitig Rektor der Kunst-Station Sankt Peter Köln, einem Konzept, das den sakralen Raum für zeitgenössische Kunst und Musik öffnet.

Kosten: 
7,50 € // erm. 4,50 € (inkl. Besuch der Ausstellung)


.................................................................................  
Annelise Kretschmer,
Selbstportrait um 1929,
vintage silver print
© Christiane von Königslöw

 
Mi, 12.10.2016 | 18.00 Uhr

im Rahmen der Sonderausstellung
Annelise Kretschmer – Entdeckungen
Photographien 1922 bis 1975
(16.9. – 27.11.2016)


Teilnehmen – aber nur für kurze Zeit
Jüdische Photographinnen der Weimarer Republik 

Obwohl eine typische Männerdömäne, erwies sich die Photographie in den 1920er und 30er Jahren auch als Arbeitsfeld für Frauen – für das sich besonders  jüdische Frauen interessierten. Der Beruf versprach gesellschaftliche Teilnahme und Selbstständigkeit, entweder als Photographin für Zeitschriften und Magazine oder im Bereich der Atelierphotographie mit direktem Kontakt zum Kunden.
Ute Eskildsen, herausragende Kennerin der Photographie-geschichte, stellt in ihrem Vortrag nicht nur ausgewählte Werke von Photographinnen wie Annelise Kretschmer, Ellen Auerbach oder Grete Stern vor, sondern auch deren Arbeitsweisen.


Zur Person:
Prof. Ute Eskildsen, Begründerin und ehem. Leiterin der Fotografischen Sammlung im Museum Folkwang (Essen)

Kosten: 
€ 5 // erm. € 3,50