Wolfgang Petrick
Hitze aus der Serie Attic, 2008
© Wolfgang Petrick
12. März bis 9. Mai 2010 
 
aus/gezeichnet/zeichen
Eine Ausstellung der Akademie der Künste
in Zusammenarbeit mit dem Käthe Kollwitz Museum Köln

 
Die Ausstellung aus/gezeichnet/zeichnen stellt den gewandelten Begriff von Zeichnung in der gegenwärtigen bildenden Kunst zur Diskussion. Im Vordergrund steht dabei die autonome Funktion des Zeichnens in der künstlerischen Praxis. Neben traditionellen Verfahrensweisen verdeutlichen photographische und digitale Konzeptionen sowie Mischformen die enorme Spannweite des zeitgenössischen Zeichnungsbegriffs. 
 
Ein Teil der Exponate erfüllt die Erwartung, dass Zeichnen eine Sache von Stift, Griffel oder Feder auf Papier sei: von Kettners Portraitköpfen über Stötzers Aktzeichnungen bis zu Schimanskys subtilen Spuren im Unbestimmten. Doch der zeichnerische Impetus hat längst auch auf die Malerei übergegriffen (Ebersbach, Rainer, Stöhrer u. a.) und das Zeichnen im Raum ist nicht mehr nur eine Sache der Skulptur, sondern umfasst installative und konzeptionelle Arbeiten gleichermaßen (Kummer, Raetz, Sander), während die Bildhauer selber mit entschiedenen Formulierungen autonomen zeichnerischen Denkens aufwarten (Cragg, Luginbühl, Schoenholtz, Serra).
 
Bernhard Heiliger
Mirakel, 1977
© VG Bild-Kunst, Bonn 2010
Die photographischen Beiträge machen deutlich, dass die anfängliche Bestimmung der Photographie als »Photogenic Drawing« nach wie vor aktuell ist (Export, Florschuetz, Jetelová, Wittkugel). Daneben zeigen Dean, Ecker und Uecker, wie sich der zeichnerische Gestus auch in unkonventionellen Materialien und alltäglichen Fundstücken auszudrücken vermag. Claus, Gerz und Thomkins loten die Nähe der Zeichnung zur Schrift aus. Dass Aufzeichnen und Transformieren kreative Prozesse sein können, wenn sie Unbekanntes und Noch-nie-Gesehenes anschaulich vergegenwärtigen, beweisen die sehr unterschiedlichen Vorgehensweisen von Appelt, Dreyblatt und Kubisch.
 
aus/gezeichnet/zeichnen war im vergangenen Jahr in der Akademie der Künste, Berlin, die erste Ausstellung der Mitglieder der Sektion Bildende Kunst seit 1993, dem Jahr der Vereinigung der Ost- und West-Akademien. Mit der nun in Köln präsentierten, neu zusammengestellten und konzentrierten Schau setzt das Käthe Kollwitz Museum seine langjährige und fruchtbare Zusammenarbeit mit der Akademie der Künste, Berlin, fort. Kuratiert von Robert Kudielka, Michael Schoenholtz und Inge Zimmermann, zeigt sie etwa 200 Werke von 63 Mitgliedern der Sektion Bildende Kunst der Akademie der Künste, Berlin,  darunter auch ausgewählte Arbeiten verstorbener Mitglieder wie Beuys, Claus, Thomkins und Vedova, anhand derer im Vergleich mit den Werken ihrer heutigen Kollegen die historische Tragweite der Veränderung des Zeichnens sichtbar wird.