verlängert bis 9. August 2015 
 
„Wie war mein Leben stark in Leidenschaft"
Käthe Kollwitz in Photographien und Selbstzeugnissen
 
 
„Wie war mein Leben stark in Leidenschaft“, so erinnert sich Käthe Kollwitz in einem Tagebucheintrag vom 1. Juli 1918. 

Anlässlich ihres 70. Todestages, am 22. April 1945, und zugleich des 30. Geburtstages des Käthe Kollwitz Museum Köln wird dieses Zitat zum Titel einer Ausstellung, die eine andere, private und wenige bekannte Seite der Künstlerin vorstellt. 
 
Eine „große Asketin der Kunst“ hat Literaturnobelpreisträger Gerhart Hauptmann die Kollwitz genannt. Ihre Kunst kenne die Buntheit des Lebens nicht, ja stelle sie sogar unter Anklage. Noch heute ist die Annahme weit verbreitet, dass aufgrund der bitteren Töne in ihrem Werk auch das Leben der Künstlerin von Trauer und von Bitterkeit geprägt war. 
Ein Vorurteil, mit dem diese Ausstellung aufräumt. 
 
Selbst Hauptmann hat dieser Gleichsetzung von Leben und Werk später widersprochen. Tatsächlich war das Leben von Käthe Kollwitz reich an Leidenschaft. Zwar hat sie sich mit den schwierigen Lebensumständen ihrer Mitmenschen und mit persönlichen Schicksalsschlägen, vor allem mit dem frühen Tod ihres jüngeren Sohnes Peter, intensiv künstlerisch auseinandergesetzt.
 
Kaum bekannt ist jedoch jene andere Käthe Kollwitz, die von sich sagte, „immer verliebt“ zu sein, und die auch als Bohemien das Leben in all seinen schillernden Facetten genoss. Eine Kollwitz, die als Mutter und Großmutter liebevoll auf ihre Kinder und später ihre Enkelkinder blickte. Eine Kollwitz, die sich danach sehnte, aus bürgerlichen Konventionen auszubrechen, Ehe und Treue in Frage stellte, aber letztlich ein Leben lang ihrem Mann Karl, vor allem im Alter, tief verbunden war. 
 
Die von Sonya und Yury Winterberg, den Autoren der neu erschienenen Lebensgeschichte „Kollwitz – Die Biographie“ konzipierte Ausstellung wurde von dem vielfach ausgezeichneten Berliner Graphiker Raban Ruddigkeit gestaltet.

Ergänzt wird die Schau durch neue, spektakuläre und noch nie ausgestellte Entdeckungen aus dem Frühwerk der Künstlerin. Weitere Glanzlichter sind die Neuerwerbungen der Kölner Kollwitz Sammlung aus den letzten fünf Jahren. 

PROGRAMM ZUR AUSSTELLUNG
 
Öffentliche Führungen
Sonntag und Feiertag: jeweils 15 Uhr
Donnerstag: 17 Uhr
Kosten: nur Eintritt
 
Studententreff
Führung und Forum für Studenten
Freitag, 19. 06.2015, 16.30 Uhr
Kosten: nur Eintritt

 
PROGRAMM FÜR FAMILIEN  
 
Photo-Familien-Workshop 
für Jugendliche ab 12 Jahren u. Erwachsene
Di–Do, 04.–06.08.2015, jeweils 17–20 Uhr
 
Menschen miteinander
Inspiriert von den Werken Käthe Kollwitz‘ beobachten und photographieren die Teilnehmer Situationen heutigen Miteinanders im Stadtleben Kölns. Optional kann am Ende des Workshops ein Fotobuch mit ausgewählten Ergebnissen bestellt werden.
 
Leitung: Klaus Wohlmann
Kosten: € 70,00
Anmeldung bis 30.07.2015 unter
0221 227 –2899 oder museum@kollwitz.de

 
PROGRAMM FÜR KINDER
 
Kinderführungen
ab 6 Jahren
So, 03.05. und 07.06.2015, jeweils 16 Uhr
 
Gestatten? – Kollwitz, Käthe Kollwitz!
Viele Schulen, Straßen und Plätze sind heute nach Käthe Kollwitz benannt. Doch wer war diese Frau eigentlich? Wir begeben uns auf Spurensuche durch die Ausstellung.
Kosten: nur Eintritt
  

Samstagswerkstatt
für Kinder ab 6 Jahren
Sa, 25.04., 30.05., 27.06., jeweils 14–17 Uhr
 
Willkommen in der Kollwitz-Werkstatt!
Käthe Kollwitz war eine Meisterin der Zeich-nung, beherrschte sämtliche druckgraphischen Techniken und machte sich auch als Bildhauerin einen Namen. Auch wir zeichnen, drucken und kneten, was das Zeug hält!
 
Kosten inkl. Material: € 5,-
Anmeldung bis mind. 2 Stunden vor Beginn der Werkstatt unter 0221 227 –2602
 
 
Entdeckerquiz
Mit unserem Quiz bieten wir kleinen Kunstfreunden ab 7 Jahren die Möglichkeit, alleine oder gemeinsam mit den Eltern die Ausstellung zu entdecken.
Erhältlich an der Kasse des Museum.
Kosten: nur Eintritt.

 
ABBILDUNGEN (von o. nach u.)

Plakat zur Ausstellung (Motiv: Käthe Kollwitz auf Rügen, 1920
© Erbengemeinschaft Kollwitz)
 
Die Familie Kollwitz mit Freunden. Käthe (mittig), Karl (1. v. r.) und Hans (3. v. l.), 1920 © Erbengemeinschaft Kollwitz
 
Käthe Kollwitz als Gänseliesel beim Kostümfest der Münchener Künstlerinnenschule, 1888 © Erbengemeinschaft Kollwitz
 
Käthe Kollwitz, Selbstbildnis, Feder und Pinsel in Sepia, um 1889, bez. von fremder Hand „Kollwitz / Schmidt“ © Nachlass Marianne Fiedler / VG Bildkunst, Bonn 2015
 
Käthe Kollwitz (?), Aquarell, bez. von fremder Hand „Allerheiligen 89. Schmidt“ © Nachlass Marianne Fiedler / VG Bildkunst, Bonn 2015
 
Käthe Kollwitz, Familiengruppe, Kohle, 1928, NT (1184a).
Käthe Kollwitz Museum Köln, erworben 2011. © VG Bildkunst, Bonn 2015 

 

Pressemappe zur Sonderausstellung

Pressemappe zum 30-jährigen Bestehen
des Käthe Kollwitz Museum Köln