Annelise Kretschmer, Untitled (Nina), early 1940s, vintage silver print, 23,8 x 17,8 cm 16. September –27. November 2016

Sonderausstellung anlässlich des Festivals
der Internationalen Photoszene Köln 2016
A
nnelise Kretschmer – Entdeckungen
Photographien 1922 bis 1975

Im Herbst 2016 setzt das Käthe Kollwitz Museum Köln seine Reihe von Photographie-Ausstellungen fort und widmet im Rahmen des Festivals der Internationalen Photoszene Annelise Kretschmer (1903–1987) eine eigene Schau.

Annelise Kretschmer zählt zu den bedeutenden Photographinnen aus der Zeit der späten Weimarer Republik. Orientiert an der „Neuen Sachlichkeit“, jedoch mit einem eigenwilligen ästhetischen Konzept, gehörte die gebürtige Dortmunderin zu den ersten Frauen, die in Deutschland ein eigenes Photo-Atelier eröffneten. Vor ihrer Kamera standen Künstler, Industrielle, Arbeiter, Bauern und immer wieder Kinder, deren Portraits zu den eindrucksvollsten Zeugnissen dieses Sujets zählen. Obwohl sie gleich mit ihren ersten Arbeiten auf den wichtigsten Ausstellungen ihrer Zeit vertreten war, geriet ihr Werk während der dreißiger Jahre, als sie sich aus der Öffentlichkeit zurückziehen musste, zunehmend in Vergessenheit.

Mit mehr als 80 Vintage Prints – Leihgaben aus dem Nachlass der Künstlerin und dem Essener Museum Folkwang – präsentiert das Käthe Kollwitz Museum Köln ein umfangreiches Konvolut an Originalabzügen. Neben bekannten Aufnahmen aus der Vorkriegszeit stellt die Schau auch Entdeckungen aus den fünfziger und sechziger Jahren vor, darunter Portraits von Künstlern wie Ewald Mataré, Albert Renger-Patzsch oder Daniel-Henry Kahnweiler. Der überwiegende Teil der Exponate wurde niemals zuvor öffentlich gezeigt.