Solidarität, 1932, Umdruckzeichnung zu der gleichnamigen Lithographie von 1931/32 Kn 255 (Kl 248), lithographische Kreide auf weißem Karton, N/T 1229 © VG Bild-Kunst, Bonn 2005
  Solidarität, 1932

Bei der Zeichnung "Solidarität" handelt es sich um die Vorzeichnung zu einer Lithographie, die 1932 anlässlich des fünfzehnjährigen Bestehens der UDSSR entstand: "... von russischer Seite aufgefordert, meine Stellungnahme zu einem imperialistischen Krieg gegen Russland zu dokumentieren machte ich diese Litho mit der Unterschrift 'Wir schützen die Sowjetunion' (Propellerlied)". Bei der Unterschrift der Künstlerin handelt es sich um den Refrain des Propellerliedes, des Liedes der sowjetischen Luftwaffe, das allgemein zum Kampflied der russischen Arbeiter geworden war.

Otto Nagel überbrachte das Geschenk der Künstlerin an die Sowjetunion anlässlich einer Ausstellung über Käthe Kollwitz, die zu ihrem 65. Geburtstag u. a. in den Räumen der Akademie der Künste in Moskau 1932 gezeigt wurde. Vier proletarische Menschen mit kampfentschlossenen, trotzig nach vorn blickenden Mienen und verschränkten Armen halten sich an den Händen und bilden eine Kette, welche sich über die Bildränder fortsetzt.

Dieses Motiv sollte womöglich nicht nur die Kampfbereitschaft der russischen Arbeiter gegen imperialistische Feinde versinnbildlichen. 1932 unterzeichnete Käthe Kollwitz das erste Mal einen dringenden Appell zum Zusammenschluss der Linksparteien zum Aufbau einer einheitlichen Arbeiterfront gegen den erstarkenden Faschismus in Deutschland.


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