... ich muß [...] noch einmal graphisch mich zusammenreißen.
Zum Thema Tod muß ich noch Blätter machen. Muß muß muß!«
Käthe Kollwitz äußert bereits 1922 in ihrem Tagebuch erstmals den Plan, das Thema ›Tod‹ in einer druckgrafischen Folge zu gestalten. Fünf Jahre später, im Februar 1927 – einer Zeit, in der die Künstlerin vor allem mit ihrem plastischen Hauptwerk, dem Mahnmal »Trauernde Eltern« beschäftigt ist und die Alterstraurigkeit besonders stark auf ihr lastet – bekräftigt sie dieses innere Bedürfnis mit den Worten »Muß, muß, muß« in ihrem Tagebuch.
Erst 1934 bis 1937 kommt es zur Umsetzung dieses Vorhabens, welches in acht Lithografien seinen Abschluss findet.
Die Werke haben keine fortlaufende Handlung zum Inhalt, sondern variieren das Thema. Sie zeigen Menschen verschiedensten Alters in der Konfrontation mit dem Tod, wobei – wie so oft im Werk der Künstlerin – Frauen und Kinder im Vordergrund stehen. Das Lebensende zeigt sich auf unterschiedlichste Weise: als brutaler Eingriff, als plötzlich und überraschend, als einsam, aber auch als erlösend und sehnsuchtsvoll erwartet.