Der Bestand des Museums umfasst inzwischen - nach 30 Jahren engagierter Sammeltätigkeit - neben dem kompletten plastischen Werk mehr als 300 Zeichnungen und über 550 druckgraphische Blätter sowie alle Plakate.

Unter den Zeichnungen, die einen Schwerpunkt bilden, besitzt das Kölner Museum einige der ausdrucksvollsten Blätter - viele aus dem Spätwerk der Künstlerin, als sie sich vornehmlich mit dem Thema Tod befasste. Aus dem Frühwerk sind drei der weniger als 10 erhaltenen Pastelle und die Kohlezeichnungen, die sie für die satirische Zeitschrift "Simplicissimus" anfertigte, in der Sammlung vertreten. Skizzenhafte Vorzeichnungen, die das Entstehen wichtiger druckgraphischer Blätter beleuchten, gehören ebenfalls zum Bestand. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Entstehungsgeschichte des Zyklus "Bauernkrieg" (1901-1908) und der Folge "Krieg" (1921/22).

Im Bereich der Druckgraphik sind alle großen Folgen vorhanden - Marksteine nicht nur in der Entwicklung des Werkes von Käthe Kollwitz, sondern auch der Druckgraphik des 20. Jahrhunderts allgemein: die frühen Zyklen "Ein Weberaufstand" (1893-1897) und "Bauernkrieg" (1901-1908), die nach literarischen Vorlagen entstanden, die Holzschnittfolgen "Krieg" (1921/22), "Proletariat" (1925) und die späte lithographierte Folge "Tod" (1934-1937). Hinzu kommen singuläre Werke wie die letzte Lithographie "Saatfrüchte sollen nicht vermahlen werden" aus dem Jahr 1941, das Vermächtnis der Künstlerin gegen Soldatentod und Krieg. 

Zudem ist es dem Käthe Kollwitz Museum Köln gelungen, aus einer bedeutenden Privatsammlung äußerst seltene druckgraphische Blätter zu erwerben, die der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt geblieben sind. Dazu gehören auch drei frühe Selbstbildnisse: zwei Radierungen sowie eine große Farblithographie von 1903/4. Das "Selbstbildnis en face" ist mit vier Farben gedruckt und als experimentelles Blatt ohne Auflage geblieben. Darum existiert es in diesem Zustand nur einmal - ein Höhepunkt im Werk der Künstlerin und für die Erwerbsaktivitäten des Museums.

Besondere Bedeutung haben die fünfzehn Bronzeplastiken, da sie fast alle in seltenen frühen Güssen im Museum zu sehen sind. Zusammen mit der Kopie des trauernden Elternpaares in der Kirchenruine Alt St. Alban und dem Grabrelief Levy auf dem Jüdischen Friedhof in Bocklemünd ergibt sich so in Köln die einzigartige Möglichkeit, das bildhauerische Gesamtwerk der Künstlerin zu überblicken.

Raritäten der Sammlung sind die komplett vorhandenen Kollwitz-Plakate, die die Künstlerin getreu ihrer Devise: "Ich will wirken in dieser Zeit" vor allem in den 1920er Jahren gegen den Krieg und für soziale Gerechtigkeit, Humanität und Frieden geschaffen hat. Ein weiterer Sammlungsbereich ist die Buchgraphik von Käthe Kollwitz, die inzwischen fast vollständig vorhanden ist. 

Alle Werke aus der Hand Käthe Kollwitz', die in unserem Internetauftritt abgebildet sind, gehören zum Bestand des Käthe Kollwitz Museums Köln.