»Aber einmal wird ein neues Ideal erstehen«

KÄTHE KOLLWITZ – ZEITENWENDE(N)
Aufbruch und Umbruch
zwischen Kaiserreich und Nationalsozialismus

10. Januar – 24. März 2019

Bedeutende Zeitenwenden begleiten das Leben von Käthe Kollwitz (1867–1945): Kaiserreich und Erster Weltkrieg, Weimarer Republik, Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg bis kurz vor seinem Ende. Wie kaum ein anderer Künstler setzt sie sich mit diesen politischen Ereignissen in ihrer Kunst, ihren Tagebüchern und Briefen auseinander – stets getragen von der Sehnsucht nach einer Bruderschaft der Menschen.

Nun stellt das Käthe Kollwitz Museum Köln diese spannungsgeladenen Themenfelder im Œuvre der Künstlerin noch einmal in den Fokus: ein Schwerpunkt der aktuellen Präsentation liegt auf den Ereignissen im Januar 1919 – wie der Ermordung Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts. Kollwitz zeichnet den Kommunistenführer auf Wunsch seiner Familie im Leichenschauhaus und führt sein Gedenkblatt, nach langem Ringen um die geeignete Technik, als einen ihrer ersten Holzschnitte aus.

Die Ausstellung in acht Kapiteln präsentiert umfangreiche Informationen zur Zeitgeschichte und zur Biographie der Kollwitz. Zu sehen sind mehr als 200 Zeichnungen, Druckgraphiken, Plastiken und die bekanntesten Plakate der Künstlerin aus dem Bestand der Kölner Kollwitz-Sammlung – neu erworbene Blätter wie auch zahlreiche, äußerst selten gezeigte Werke.

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»Ich bin einverstanden damit, dass meine Kunst Zwecke hat. «

Bereits in ihrer Kindheit in der Ära Bismarck träumt Käthe Kollwitz den Traum von Revolution und Barrikade. Ihr Frühwerk ist Ausdruck einer progressiven Gesinnung und zugleich soziale Anklage. Ihre Themen sind trotz der oft literarischen und historischen Sujets brandaktuell. Wilhelm II. und die Offiziellen des Kaiserreichs lehnen die Arbeiten der Künstlerin ab.

Kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges meldet sich Kollwitz` jüngerer Sohn Peter mit seinen Freunden als Freiwilliger. Gleich zu Beginn der ersten Flandernschlacht fällt er am 22. Oktober 1914 bei Dixmuide. Sein Tod bedeutet einen tiefen Einschnitt im Leben der Künstlerin. Je länger der Krieg dauert, umso mehr wandelt sie sich zur Pazifistin.

In der Zeit der Weimarer Republik erlangt Kollwitz höchste Bekanntheit und nutzt diese auch, um den Aufbau der jungen Demokratie zu unterstützen. Mit zahlreichen ihrer Arbeiten versucht sie in den Jahren der Inflation die Not zu lindern. Ein wichtiges Anliegen ist ihr außerdem die pazifistische Erziehung der Jugend. 
»Für Deutschland bin ich tot …« 

1932 und erneut nach der Machtübernahme Hitlers 1933 unterzeichnet Käthe Kollwitz einen Aufruf zum Zusammenschluss der Linksparteien, um eine nationalsozialistische Mehrheit zu verhindern – nicht ohne Konsequenzen: sie wird zum Austritt aus der Preußischen Akademie der Künste gezwungen. Ab 1936 hat die Künstlerin faktisch Ausstellungsverbot und kann gegen den Zweiten Weltkrieg, den sie früh aufziehen sieht, nicht mehr öffentlich Stellung beziehen.

Kurz vor Ende des Krieges, am 22. April 1945, stirbt Käthe Kollwitz nach ihrer Evakuierung an ihren letzten Zufluchtsort in Moritzburg. Bis zuletzt hält sie an ihrer tiefen Überzeugung fest: »Aber einmal wird ein neues Ideal erstehen, und es wird mit allem Krieg zu Ende sein.«

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ÖFFNUNGSZEITEN
Dienstag bis Freitag // 10–18 Uhr
Samstag, Sonn- und Feiertag // 11–18 Uhr

Montags geschlossen,
ebenso an Karneval von 28. Februar bis 5. März 2019 


EINTRITT 
5,00 € // erm. 2,00 €

Schulklassen: 1,00 € pro Person 
bei Schüler- und Studentengruppen ab 10 Personen
Freier Eintritt für alle Kinder unter 6 Jahren


So finden Sie uns

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FÜHRUNGEN 

Öffentliche Führungen
Sonn- und Feiertag // 15 Uhr
Donnerstag // 17 Uhr
Kosten: nur Eintritt
mehr dazu 


Expertenführungen
mit Dr. Alexandra von dem Knesebeck
Am 15. Januar 1919 werden Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht nach der Niederwerfung des Spartakus-Aufstandes von Freikorpssoldaten ermordet. Kollwitz zeichnet den Kommunistenführer auf Wunsch seiner Familie im Leichenschauhaus und führt sein Gedenkblatt - nach langem Ringen um die geeignete Technik - als einen ihrer ersten Holzschnitte aus.
Dr. Alexandra von dem Knesebeck, Co-Kuratorin der Ausstellung, nimmt in ihrer Führung auch die Ereignisse vor 100 Jahren in den Fokus.
Termine:
So, 20. Januar 2019  // 15 Uhr
So, 24. März 2019  // 15 Uhr
Kosten: nur Eintritt


Individuelle Führungen
an Werktagen: 50 € zzgl. Eintritt
an Wochenenden und Feiertagen: 60 € zzgl. Eintritt
Schüler-/Studentengruppen: 20 € zzgl. Eintritt
mehr dazu 

Privat geführte Gruppen: Bitte beachten Sie, dass auch für privat geführte Gruppen eine Anmeldung erforderlich ist!
Tel: 0221 / 227-2899 /-2602 oder museum@kollwitz.de

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DRUCKTECHNIKEN-WORKSHOP
für Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren

Wie gedruckt ?!
Die Werke von Käthe Kollwitz belegen nicht nur ihren meisterhaften Umgang mit den verschiedensten druckgraphischen Techniken, sie zeugen auch von der großen Experimentierfreude der Künstlerin. An diese wollen wir in unserem zweitägigen Intensiv-Workshop anknüpfen.
Unter Anleitung der Künstlerin Bettina Meyer lernen wir nicht nur die klassischen Drucktechniken (Hoch- und Tiefdruck) für den Auflagendruck kennen, sondern viele Möglichkeiten, neue malerische Effekte auch ohne Druckpresse in die Gestaltung eines Bildes zu integrieren.
Wir experimentieren unter anderem mit den folgenden Techniken: Linolschnitt, Holzschnitt, Ölpause, Monotypie, Materialdruck, Dekalkomanie und erweitern so unsere eigenen Ausdruckmittel.

Termin:
 
Sa und So, 16.–17.02.2019 / 12–17 Uhr

Kosten:
 
90 € (Inkl. Material)

Begrenzte Teilnehmerzahl!
Anmeldung bis 12.02.2019 unter museum@kollwitz.de oder
0221-227-2602

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ANGEBOTE FÜR KINDER

Entdeckertouren in der Ausstellung
Einmal im Monat, an einem Sonntag um 11:30 Uhr, begeben wir uns mit Kindern ab 6 Jahren auf eine spannende Entdeckertour durch die Sonderausstellung.
mehr dazu


Die Samstagswerkstatt
Immer am letzten Samstag im Monat laden wir Kinder ab 6 Jahren zu einer bunten Mischung aus Führung, Spiel und Workshop in unser Kinder-Künstler-Atelier ein!
mehr dazu


Das Museumsquiz
Wenn ihr die Ausstellung auf eigene Faust oder mit euren Eltern erkundet wollt, dann fragt doch an der Kasse nach dem Museumsquiz - das gibt es kostenlos, und wenn ihr am Ende alle Fragen beantwortet habt, erwartet euch eine kleine Überraschung!

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Bildnachweise

Käthe Kollwitz, Nie wieder Krieg,
Plakat zum Mitteldeutschen Jugendtag
in Leipzig 2. – 4. August 1924,
Kreide- und Pinsellithographie 

Käthe Kollwitz, Revolution 1918,
1928, Kohle und schwarze Kreide

Käthe Kollwitz, Die Überlebenden,
1923, Kreide- und Pinsellithographie
sowie Schabnadel (Umdruck).
Diese Lithographie entstand im Auftrag
des Internationalen Gewerkschaftsbund
für ein Plakat in mehreren Sprachen
erschien – hier in Dänisch. 

Käthe Kollwitz, Gedenkblatt für Karl Liebknecht,
dritte, endgültige Fassung, 1920, Holzschnitt

Käthe Kollwitz, Mutter, sich über ihre
bedrohten Kinder stürzend, 1922–23,
Tusche. Einband-Illustration zu: Der Kampf
der Frauen gegen die Hölle von Gift und
Feuer, Hrsg. Internationale Frauenliga für
Frieden und Freiheit, 1927 

Käthe Kollwitz, Die Mütter, Bl. 6 der
Folge »Krieg«, 1921–22, Holzschnitt

Käthe Kollwitz, Drei Knaben beim Murmelspiel,
um1909/10, Schwarze Kreide auf holländischem Bütten


Für alle gilt 
© Käthe Kollwitz Museum Köln