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Heute geschlossen

Szene aus Germinal,
1893

Käthe Kollwitz, Szene aus Germinal, 1893, Strichätzung, Kaltnadel und Schmirgel, 239 x 528 mm, Kn 19 III b, Kollwitz Museum Köln, Inv. Nr. 70300/89006.
Käthe Kollwitz, Szene aus Germinal, 1893, Strichätzung, Kaltnadel und Schmirgel, 239 x 528 mm, Kn 19 III b, Kollwitz Museum Köln, Inv. Nr. 70300/89006.

Käthe Kollwitz beschreibt eine Szene aus Émile Zolas 1885 erschienenem Roman »Germinal«. Dieser zählt mit seiner Schilderung eines fiktiven Bergarbeiteraufstands, der gewaltsam niedergeschlagen wurde, zu seinen bekanntesten Romanen in Deutschland.

Nichts hat den deutschen literarischen Naturalismus vor Gerhart Hauptmanns Drama »Die Weber« so aufgewühlt wie dieser Roman. Es heißt sogar, dass er Hauptmanns »Weber« mit angeregt hätte. Tatsache ist, dieses Schauspiel wurde an keiner Arbeit so gemessen wie an dem Roman von Zola, über den Konrad Schmidt, der Bruder von Käthe Kollwitz, zur Mitgliedschaft in der sozialdemokratischen Partei fand.

Der Radierung von 1893 geht eine fünfjährige zeichnerische Auseinandersetzung mit dieser Szene voraus. Sie behandelt ungeachtet der sozialkritischen Thematik des Romans ein für den Handlungsablauf nicht zentrales Eifersuchtsdrama, bei dem zwei Männer um eine junge Frau kämpfen, die ängstlich von der Tür aus zuschaut. Die Szene gehört thematisch zur Geschlechterproblematik, die Käthe Kollwitz in den frühen 90er Jahren beschäftigt.

Darüber hinaus beeindruckt »Germinal« die Künstlerin so sehr, dass sie diesem Roman einen Zyklus widmen will, der aber nicht über ein paar Blätter hinauskommmt. Nach dem Besuch der Uraufführung von Hauptmanns Drama »Die Weber« bricht sie die Arbeit daran ab und schafft stattdessen ihren ersten druckgrafischen Zyklus »Ein Weberaufstand«.

Studien, Vorzeichnungen

Käthe Kollwitz, Studie zu »Germinal«, um 1891/92, Kohle auf Velin, 340 x 550 mm, NT (82a), Kollwitz Museum Köln, Inv. Nr. 70200/15006.
Käthe Kollwitz, Studie zu »Germinal«, um 1891/92, Kohle auf Velin, 340 x 550 mm, NT (82a), Kollwitz Museum Köln, Inv. Nr. 70200/15006.
Käthe Kollwitz, Königsberger Kneipe, um 1891, Feder in Schwarz, grau laviert, auf Zeichenkarton, 348 x 465 mm, NT (52a), Kollwitz Museum Köln, Inv. Nr. 70200/96014.
Käthe Kollwitz, Königsberger Kneipe, um 1891, Feder in Schwarz, grau laviert, auf Zeichenkarton, 348 x 465 mm, NT (52a), Kollwitz Museum Köln, Inv. Nr. 70200/96014.