Die Mütter halten in diesem Blatt ihre zum Teil hervorlugenden Kinder zurück, um sie nicht mehr für den Krieg herzugeben.
Anders als auf den vorangegangenen verworfenen Fassungen, bei denen die Mütter mit ihren Kindern in den Armen nebeneinander stehend gezeigt sind, bilden die Frauen im Holzschnitt ein festungsartiges Rund. Ihre abwehrenden Gesten verdeutlichen, dass sie sich zur Verteidigung ihrer Kinder zusammengeschlossen haben. Auf der Radierung wie auch der Lithografie hält nicht nur jede Frau für sich ihre Kinder in den Armen, sie sind auch in ihrer Haltung keineswegs so einheitlich wiedergegeben wie auf der endgültigen Ausführung.
Bezeichnet Käthe Kollwitz ihre Radierung zu diesem Thema noch als misslungen, so ist sie mit der lithografierten Version durchaus zufrieden. Am 6. Februar 1919, Peters Geburtstag, schreibt sie dazu in ihr Tagebuch:
Ich arbeite die ›Mütter‹. Gestern den Versuch beschlossen, die Kriegsblätter in Steindruck umzuarbeiten. Ich habe die Mutter gezeichnet, die ihre Kinder umschließt, ich bin es mit meinen eigenen leibgeborenen Kindern, meinem Hans und meinem Peterchen. Und ich habe es gut machen können.«