In den Jahren 1910 bis 1912 entsteht eine Reihe von bemerkenswerten Kohlezeichnungen, in der Käthe Kollwitz ihre plastischen Ideen rund um die Motive des Sitzens und Hockens auf höchst unkonventionelle Weise durchdekliniert.
Sie studiert den körperlichen Ausdruck ihrer kräftig proportionierten Modelle anhand von ungalanten, bisweilen recht derb anmutenden Posen – der Einfluss Degas' ist hier unverkennbar. Die Frauen setzen den Fuß auf eine Brüstung, stemmen die Hand in die Hüfte, sitzen mit angezogenen Beinen oder gar breitbeinig auf niedrigen Sockeln und hocken oder kauern zusammengesunken auf dem Boden.