Ernst Barlach und Käthe Kollwitz werden oft in einem Atemzug genannt. Ihre gegenseitige Hochachtung und künstlerische Inspiration sind manifest. Zu seiner Beerdigung im Oktober 1938 fährt sie nach Güstrow. Im Monat nach der Trauerfeier resummiert sie in ihrem Tagebuch, es sei ihr manchmal sei, als ob der tote Barlach ihr seinen Segen hinterlassen hätte – sie könne gut arbeiten.
Es ist das Relief »Die Klage«, das sie während dieser Zeit modelliert. Das dargestellte trauernde Gesicht trägt hinter ihren Händen verborgen die Züge der Künstlerin selbst.
In einem Brief von 1941 äußert sich Käthe Kollwitz hierzu und nimmt Bezug auf das NS-Regime, das Barlachs Werk als »entartete Kunst« deklariert hat:
Als ich die Klage machte, stand ich unter dem Eindruck von Barlachs Tod und dem furchtbaren Unrecht, das er erlitten hatte. Das furchtbare Unrecht, das Menschen einander zufügen, hat in den drei Jahren sich fortgesetzt und setzt sich noch fort …«