Die Preußische Akademie der Künste ernennt Käthe Kollwitz zum Mitglied und zur Professorin – es ist die erste Ernennung einer weiblichen Künstlerin seit über 100 Jahren.
Kollwitz unterzeichnet die Erklärung in Sachen Liebknecht-Luxemburg, einen von ihr selbst mitinitiierten Protest der Liga zur Förderung der Humanität gegen die Morde an Karl Liebknecht (1871–1919) und Rosa Luxemburg (1871–1919).
Mehr lesenWeniger lesenDer Aufruf wird an 1200 führende Persönlichkeiten versandt und außer von ihr u. a. auch von Albert Einstein, Magnus Hirschfeld, Maximilian Harden und Walter Rathenau unterschrieben – in Zeiten von Morddrohungen und Fememorden ein mutiger Schritt.
Katharina Schmidt (1837–1925), die Mutter der Künstlerin, zieht in die Wohnung der Familie Kollwitz in der Weißenburgerstraße ein.
Wissenschaftsminister Konrad Haenisch beruft Konrad Schmidt (1863–1932), den Bruder der Künstlerin, auf eine Honorarprofessur für Geschichte und Theorie des Sozialismus an die Technische Hochschule in Berlin.
Käthe Kollwitz zeichnet den am 15. Januar ermordeten Karl Liebknecht auf Wunsch seiner Familie im Leichenschauhaus.
Im selben Jahr entsteht die Lithografie des am 7. November in Folge eines Attentats gestorbenen Hugo Haase (1863–1919). Die Künstlerin kennt den Kriegsgegener und Vorsitzenden der USPD seit Jugendzeiten.
Die Künstlerin unterbricht die Arbeit am Denkmal für den gefallenen Sohn bis 1924.
Zwischen 1919 und 1923 entwirft Kollwitz zahlreiche Zeichnungen, Druckgrafiken und Plakate zur Nachkriegsnot.
Nach dem Januaraufstand mit bewaffneten Straßenkämpfen in Berlin vom 5.–12. Januar, der von der USPD und der aus dem Spartakusbund hervorgegangenen KPD niedergeschlagen wird, kommt es am 15. Januar zur Ermordung u. a. von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg durch Freicorps-Soldaten.
Am 19. Januar finden die Wahlen zur Verfassungsgebenden Deutschen Nationalversammlung statt. Es gilt das gleiche, geheime und direkte Wahlrecht für alle mindestens 20 Jahre alten männlichen und weiblichen Personen.
Mehr lesenWeniger lesenErstmals in Deutschland sind auch Frauen zu Wahlen zugelassen. Aufgrund politischer Unruhen tritt die Nationalversammlung nicht in der Reichshauptstadt, sondern im Weimarer Nationaltheater zusammen und verabschiedet dort im Sommer 1919 die erste parlamentarisch-demokratische Verfassung Deutschlands. Der Ort wurde namensgebend für die Weimarer Republik.
Wahltag. Zum ersten Mal gewählt. War mit Karl zusammen. Hans war vormittags im Lazarett, ging dann später allein. Auch er zum ersten Mal gewählt. Hatte mich so sehr gefreut auf diesen Tag und nun er dran ist, von neuem Unentschlossenheit und halbes Gefühl. Für Mehrheitssozialisten gewählt. Nicht für die Person Scheidemann, die zuoberst auf der Liste stand. Aber für Prinzip des Mehrheitssozialismus. Meinem Gefühl nach stehe ich mehr nach links, kann aber nicht unabhängig wählen, schon weil als Kandidat Eichhorn [aufgestellt] ist.«
Am 19. Juni kommt es zur Unterzeichnung des Friedensvertrages von Versailles. Deutschland muss mit seinen Verbündeten als Urheber des Krieges für alle Verluste und Schäden aufkommen und wird mit hohen Reparationszahlungen belegt.
Am 7. November erliegt der USPD-Politiker Hugo Haase (1863–1919) den Folgen eines Attentats vom 8. Oktober.
Die weiteren Jahre bis 1924 sind von politischen Wirren, Putschversuchen von rechts, politischen Morden und Aufständen der KPD und USPD gekennzeichnet.
Der ältere Sohn Hans absolviert sein Studium der Medizin und heiratet Ottilie Ehlers-Kollwitz (1900–1963).
Mehr lesenWeniger lesenOttilie stammt aus einer ostpreußischen Gutsbesitzerfamilie. Sie studiert in Berlin Gebrauchsgrafik an der Reimann-Schule und illustriert ab den dreißiger Jahren u. a. Grimms Märchen zusammen mit Hans Baluschek (1870–1935) und Kinderbücher. 1946 gibt die Galerie Hennig in Halle ein Album mit 13 Holzschnitten bzw. -stichen überwiegend ostpreußischer Landschaften von ihr heraus.
Aus der Ehe gehen vier Kinder hervor, Peter (1921–1942), die Zwillinge Jördis (1923–2017) und Jutta (1923–2021) sowie Arne (1930–2024). Ihren ersten Sohn benennt das Paar nach dem 1914 im Alter von 18 Jahren gefallenen jüngeren Bruder von Hans Kollwitz.
Käthe Kollwitz spricht im Auftrag der Freien Secession am Grab von Max Klinger (1857–1920).
Mehr lesenWeniger lesenDie Ansprache von Käthe Kollwitz ist durch den Architekten Hilbersheimer überlierfert:
Wir jungen Leute drängten uns zu den Kupferstichkabinetten in München, in Berlin, um Klingers Radierungen zu sehen. Was uns fortriß [...] in diesen Blättern, war nicht die technische Meisterschaft. Der ungeheure Lebensdrang, die Energie des Ausdrucks waren es, was uns daran packte. Wir wußten: Max Klinger bleibt nicht an der Oberfläche der Dinge haften, er dringt in die dunkle Lebenstiefe. [...] Alle Register des Lebens zog er auf, das gewaltige herrliche und traurige Leben faßte er und deutete er uns.«
Infolge von Lebensmittelknappheit und beginnender Inflation kommt es zu deutlich überhöhten Preisen. Die Bevölkerung wird aufgefordert, den Wucher anzuzeigen.
Käthe Kollwitz gestaltet im Auftrag vom Landespolizeiamt beim Staatskommissar für Volksernährung drei »Flugblätter gegen den Wucher«.
Angeregt durch Holzschnitte Ernst Barlachs (1870–1938) auf einer Ausstellung der Freien Berliner Secession entsteht als eines der ersten Blätter der Künstlerin in dieser Technik das »Gedenkblatt für Karl Liebknecht« in seiner endgültigen Ausführung.
Mehr lesenWeniger lesenEmpört über die Morde an Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg und beeindruckt von dem Leichenzug, den die USPD und KPD zu einer großen Massendemonstration nutzen, entschließt sich Kollwitz, den Abschied der Arbeiter von Liebknecht künstlerisch darzustellen ohne ihm politisch zu folgen.
Ich habe als Künstler das Recht, aus allem den Gefühlsgehalt herauszuziehen, auf mich wirken zu lassen und nach außen zu stellen. So hab ich auch das Recht, den Abschied der Arbeiterschaft von Liebknecht darzustellen, ja, den Arbeitern zu dedizieren, ohne dabei politisch Liebknecht zu folgen. Oder nicht?«
Am 10. Januar nimmt der Völkerbund, entstanden aus der Pariser Friedenskonferenz 1919, seine Arbeit auf.
Am 13. März wird der konterrevolutionäre Kapp-Putsch niedergeschlagen. Im Deutschen Reich herrschen bürgerkriegsähnliche Verhältnisse, die Reichsregierung flieht aus Berlin nach Stuttgart.
Im Ruhrgebiet finden Streiks und Massendemonstrationen statt.
Max Liebermann (1847–1935) wird Präsident der Preußischen Akademie der Künste.
Geburt des ersten Enkels Peter Kollwitz (1921–1942).
Mehr lesenWeniger lesenDer Sohn von Hans Kollwitz und Ottilie Ehlers-Kollwitz trägt als erstes Enkelkind den Namen des 1914 gefallenen Sohnes der Künstlerin. Er wird 1940 in die Wehrmacht eingezogen und fällt am 22. September 1942 an der Ostfront bei Rschew.
Von 1921 bis 1933 ist Käthe Kollwitz Mitglied der Kommission der Preußischen Akademie der Künste, die einerseits das Programm der Sonderausstellungen festlegt, sowie andererseits die Künstler bestimmt, die zu den halbjährlich stattfindenden Akademieausstellungen eingeladen werden.
Von 1921 bis 1922/23 arbeitet Kollwitz an der Ausführung der druckgrafischen Folge »Krieg«.
Die erste Holzschnittfolge der Künstlerin macht den inneren Wandel ihrer eigenen Haltung zum Ersten Weltkrieg deutlich, von der Befürworterin hin zur Pazifistin. Die Folge endet mit dem Appell an die Mütter, ihre Kinder nicht mehr für den Krieg herzugeben – ein Anliegen, welches Kollwitz bis zu ihrem Tod besonders am Herzen liegt und das sie 1941 als ihr ›Testament‹ bezeichnen wird.
Mehr lesenWeniger lesenIch habe immer wieder versucht, den Krieg zu gestalten. Ich konnte es nie fassen. Jetzt endlich habe ich eine Folge von Holzschnitten fertig gebracht, die einigermaßen das sagen, was ich sagen wollte. [...] Diese Blätter sollen in alle Welt wandern und sollen allen Menschen zusammenfassend sagen: so war es – das haben wir alle getragen durch diese unaussprechlich schweren Jahre.«
Nach einem Aufruf Wladimir Iljitsch Lenins (1870–1924), der alle fortschrittlichen Künstler und Intellektuellen bittet, einen Beitrag zur Überwindung der Dürrekatastrophe an der Wolga zu leisten, tritt Kollwitz für drei Jahre dem Zentral- bzw. Auslandskomitee der kommunistischen Internationalen Arbeiterhilfe (IAH) bei – nicht jedoch aus politischen, sondern aus humanitären Gründen.
Das Plakat »Helft Rußland«, Kn 170, zeichnet sie für die Künstlerhilfe, eine untergeordnete Abteilung der IAH, die deren Arbeit unter anderem mit Plakaten und Ausstellungen unterstützt.
Mehr lesenWeniger lesenArbeite mit den Kommunisten mit gegen den fürchterlichen Hunger in Rußland. Bin dadurch wieder ins Politische hineingezogen ganz gegen meiner Willen. Hab ein Plakat gemacht, einen zusammenbrechenden Mann, dem sich helfende Hände entgegenstrecken. Es ist gut – Gott sei Dank.«
Von 1921 bis 1934 nimmt Käthe Kollwitz an den Schwarzweiß-Ausstellungen der Preußischen Akademie der Künste teil.
Mehr lesenWeniger lesenMax Liebermann, der am 1. Oktober 1920 zum Präsidenten der Institution berufen wurde, führt neben den bisherigen Akademieausstellungen, auf denen Ölmalerei und Plastik überwiegen, die jährlichen Schwarzweiß-Ausstellungen ein. Käthe Kollwitz beteiligt sich seit der ersten Präsentationen 1921 bis 1934 regelmäßig.
Von der Dürrekatastrophe und Hungersnot im Wolgagebiet, bedingt durch Revolution, Bürgerkrieg und Enteignung, sind 36 Millionen Menschen betroffen. Der spätere Friedensnobelpreisträger Fridtjof Nansen (1861–1930) appelliert an den Völkerbund, eine Hilfsexpedition nach Russland zu schicken.
Der Londoner Zahlungsplan legt die deutschen Reparationszahlungen an die Alliierten auf 226 Milliarden Goldmark fest, die in 42 Jahren abgezahlt werden sollen. Die deutsche Regierung weist die Forderung als unerfüllbar zurück. Es gibt Protestkundgebungen.
Käthe Kollwitz unterzeichnet, u.a. mit Albert Einstein (1879–1955), den Aufruf ›Für eine Verständigung mit Frankreich‹ der Deutschen Liga für Menschenrechte.
Die Künstlerin besucht am Volkstrauertag – einem 1919 eingeführten Gedenktag für die deutschen Gefallenen des 1. Weltkrieges – die erstmals im Reichstag abgehaltene Feierstunde.
Heinz Bonus, Sohn der Freundin Beate Bonus-Jeep, zieht in die Kollwitzsche Wohnung in der Weißenburgerstraße ein. Er lebt für dreieinhalb Jahre als Kostgänger bei der Familie.
Walter Rathenau (1867–1922) wird Außenminister und handelt den Vertrag von Rapallo aus, mit dem das Deutsche Reich seine außenpolitische Isolation durchbricht. Am 24. Juni fällt er einem Attatentat zum Opfer.
Zahlreiche weitere Anschläge erschüttern die Öffentlichkeit. Auch der Publizist und Herausgeber der Wochenschrift »Die Zukunft«, Maximilian Harden (1861–1927), wird bei einem solchen schwer verletzt.
Die Inflation im Deutschen Reich nimmt kontinuierlich zu.
Der Dokumentarfilmer Hans Cürlis (1889–1982) produziert ein Kurzfilm-Portrait von Käthe Kollwitz für seinen 1923 begonnen Filmzyklus »Schaffende Hände«. Die einzelnen Sequenzen zu Malern, Bildhauern und Grafikern wie Lovis Corinth, Max Liebermann oder Renée Sintenis dokumentieren jeweils die typische Arbeitsweise der Künstler. Käthe Kollwitz ist bei der Anfertigung der Zeichnung »Mutter mit Kind auf dem Rücken« zu sehen.
Die Filme wurden einzeln, aber auch in Form von Filmmatineen sowie im regulären Beiprogramm der Kinos gezeigt.
Die Künstlerin gestaltet das Plakat »Die Überlebenden – Krieg dem Kriege«, Kn 197, das in zahlreiche Sprachen übersetzt wird.
Sie wird – als zweite Grafikerin nach Théophile Alexandre Steinlen (1859–1923) – vom Internationalen Gewerkschaftsbund mit einem Plakat für den Antikriegstag im September 1924 beauftragt, mit dem der zehnjährigen Wiederkehr des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges gedacht werden soll.
Käthe Kollwitz muss sich einer Gallenblasen-Operation unterziehen.
Die Zwillings-Enkeltöchter Jördis (1923–2017) und Jutta (1923–2021) werden geboren.
Mehr lesenWeniger lesenJutta Bohnke-Kollwitz studiert Germanistik, übernimmt 1960 den Aufbau der Kölner Germanica Judaica – Bibliothek zur Geschichte des deutschen Judentums und ist von 1985 bis Ende 1989 Gründungsdirektorin des Kollwitz Museums Köln. 1989 gibt sie die Tagebücher von Käthe Kollwitz erstmals vollständig heraus und 1992 in Auswahl die Briefe der Künstlerin an den Sohn Hans. Die beiden Töchter von Hans Kollwitz und Ottilie Ehlers-Kollwitz pflegen die Künstlerin in ihrem letzten Lebensjahr in Moritzburg.
Mit ihrem Plakat »Deutschlands Kinder hungern!«, Kn 202, für die Internationale Arbeiterhilfe (IAH) wendet sich Kollwitz auf dem Höhepunkt der Inflation gegen die Not der Kinder in Deutschland.
Mehr lesenWeniger lesenWenn ich mich mitarbeiten weiß in einer internationalen Gemeinschaft gegen den Krieg, hab ich ein warmes durchströmtes und befriedigtes Gefühl. Freilich reine Kunst in dem Sinne wie z. B. die Schmidt-Rottluffsche ist meine nicht. Aber Kunst doch. [...] Ich bin einverstanden damit, daß meine Kunst Zwecke hat. Ich will wirken in dieser Zeit, in der die Menschen so ratlos und hilfsbedürftig sind.«
Die Künstlerin veröffentlich das Mappenwerk ›Abschied und Tod‹ mit acht faksimilierten Zeichnungen aus dem Zeitraum von 1910 bis 1923, hergestellt im Offsetdruck, mit einer Einleitung von Gerhart Hauptmann (1862–1946). Die Vorzugsausgabe enthält außerdem noch eine Originallithografie.
Auf der Akademie-Ausstellung zeigt sie erstmals die vollendete druckgrafische Folge »Krieg« sowie Vorzeichnungen und Blätter zum Thema ›Tod‹.
Mehr lesenWeniger lesenIch […] habe meine endlich beendete Holzschnittfolge »Krieg« ausgestellt und viele Zeichnungen. Sie wissen, aus was für schwer durchlebten Jahren diese Arbeiten herausgewachsen sind. Daß sie ein Echo finden würden, erwartete ich wohl, aber nicht, daß sie so nachhallen würden. Dies zu wissen, daß ich für Viele gesprochen habe ist sehr beglückend. […] Verbunden ist außerdem damit, daß ich reichlich verkaufe u. damit wieder ist verbunden, daß wir einstweilen keine Not kennen.«
Mit der Ruhrbesetzung reagieren belgische und französische Divisionen auf den Lieferrückstand deutscher Reparationen an Frankreich.
Die Inflation erreicht ihren Höhepunkt mit über zwei Millionen Arbeitslosen in Deutschland. Ab Sommer 1923 steigen die Preise täglich mehrmals. Kostet ein Brotlaib im Juni schon um die 1.250 Mark, beträgt der Preis bis Mitte November schon teilweise über 5 Milliarden. Die Ersparnisse der Menschen sind wertlos. Um wenigstens das Nötigste einkaufen zu können, warten Arbeiterfrauen an den Zahltagen vor den Fabriktoren auf ihre Männer und bringen das Geld in Waschkörben oder Schubkarren zum Kaufmann. Noch schlimmer ist die Notlage der Arbeitslosen, deren Zahl sich im Herbst 1923 vervielfacht.
Am 15. November 1923 endet die Inflation mit der Ausgabe der Rentenmark.
Der Hitlerputsch am 8. und 9. November 1923 – ein Versuch der NSDAP, die Reichsregierung in Berlin abzusetzen – scheitert.
Käthe Kollwitz wird Kuratoriumsmitglied des Fördervereins für das Volkshochschulheim in Prerow auf dem Darß, das vom Reformpädagogen und Zeichner Fritz Klatt (1888–1945) gegründet wurde.
Anlässlich des Mitteldeutschen Jugendtages der sozialistischen Arbeiterbewegung in Leipzig entsteht das Plakat »Nie wieder Krieg«, Kn 205. Es wird nach dem Zweiten Weltkrieg zu einer Ikone der Friedensbewegung bis weit in die 1980er Jahre.
Mit der Lithografie »Brot«, Kn 208, beteiligt sich Käthe Kollwitz gemeinsam mit Otto Dix, George Grosz, Eric Johansson, Otto Nagel, Karl Völker und Heinrich Zille an der Grafikmappe »Hunger – sieben Originallithografien«, die von Otto Nagel (1894–1967) für die Künstlerhilfe der Internationale Arbeiterhilfe (IAH) herausgegeben wird.
Die Künstlerin nimmt die Arbeit an dem Denkmal für ihren 1914 gefallenen Sohn Peter wieder auf, die seit 1919 geruht hat.
Mehr lesenWeniger lesenAufgrund ihres inneren Wandels zur Pazifistin und der Ablehnung jeglichen Krieges plant sie ihrer neues Konzeption nicht mehr mit der Gestalt des gefallenen Sohnes, da dieser Aufbau zu stark an traditionelle Kriegerdenkmäler erinnert hätte. Kollwitz beschränkt sich auf die hinterbliebenen Eltern. Sie konzipiert die Arbeit auch nicht mehr für die Havelhöhen in Berlin, sondern den Soldatenfriedhof im belgischen Roggevelde, wo ihr Sohn Peter begraben liegt.
Käthe Kollwitz beteiligt sich an der Ersten Allgemeinen Deutschen Kunstausstellung in Moskau.
Mehr lesenWeniger lesenOtto Nagel (1894–1967) organisiert diese Ausstellung mit über 500 Werken von ca. 130 Künstlern für die Internationale Arbeiterhilfe (IAH) und begleitet sie nach Moskau. Die Schau bietet einen Überblick über die jüngeren Kunstströmungen, beginnend mit dem Expressionismus. Von der Freien Secession sind nur Hans Baluschek, Ernst Barlach, Käthe Kollwitz und Heinrich Zille vertreten.
Der Dawes-Plan regelt die deutschen Reparationszahlungen Deutschlands an die Siegermächte des Ersten Weltkriegs neu.
Katharina Schmidt (1837–1925), die Mutter der Künstlerin, die seit 1919 in der Kollwitzschen Wohnung in der Weißenburgerstraße lebt, stirbt.
Auch Anna Butzke (1863–1925), die Gattin ihres Bruders Konrad, stirbt 1925. Er zieht nach dem Tod seiner Frau bei Käthe und Karl Kollwitz ein.
Die Holzschnittfolge »Proletariat«, Kn 215, Kn 216, Kn 222, entsteht.
Paul von Hindenburg (1847–1934) wird nach dem Tod Friedrich Eberts (1871–1925) zum zweiten Reichspräsidenten der Weimarer Republik gewählt.
Nach seiner Entlassung aus der Festungshaft im Dezember 1924 gründet Adolf Hitler (1889–1945) im Februar 1925 die Nationalsozialistische Arbeiterpartei Deutschlands (NSDAP) neu.
Käthe Kollwitz ist Mitglied im Gremium zur Vorauswahl der Künstler für den Großen Staatspreis für Bildhauer und Architekten, den die Preußische Akademie der Künste auslobt.
Fides Rüstow, die Tochter des Soziologen Alexander Rüstow (1885–1963), eines engen Freundes der Familie Kollwitz, zieht als Kostgängerin bei der Familie Kollwitz ein.
Von 1926 bis ca. 1936 arbeitet Käthe Kollwitz an ihrem plastischen Selbstbildnis.
Einen der vermutlich drei zu Lebzeiten angefertigten Bronzeabgüsse ihrer Büste erwirbt in den 30er Jahren der New Yorker Sammler Erich Cohn (1898–1972), (heute: Privatsammlung Bern); einen weiteren Joseph Katz (Lebensdaten unbek.) (heute: Baltimore Museum of Art, USA); das dritte Exemplar befindet sich seit 2016 im Kollwitz Museum Köln.
Die Berliner Journalistin und Kollwitz-Sammlerin Louise Diel (1893–1967) kuratiert 1925 eine Einzelausstellung von Käthe Kollwitz als Wanderausstellung. Stationen sind 1925/26 New York, 1926 Genf und Bern und abschließend 1927, anlässlich des 60. Geburtstages der Künstlerin, mehrere Städte in Deutschland.
Käthe Kollwitz besucht das Grab ihres im Ersten Weltkrieg gefallenen Sohnes Peter Kollwitz (1896–1914) auf dem Soldatenfriedhof im belgischen Roggevelde. Im Anschluss an die Reise beginnt sie mit der Ausführung der endgültigen Fassung ihres Mahnmals »Trauernde Eltern«.
Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund.
Die Ernennung Joseph Goebbels (1867–1945) zum nationalsozialistischen Gauleiter in Berlin führt zur Radikalisierung des politischen Kampfes.