Das Käthe Kollwitz Museum Köln

Von der Sammlung zum Museum

Am 22. April 1985, dem 40. Todestag der Künstlerin, wurde in Köln das Käthe Kollwitz Museum gegründet – das erste Museum, das einzig dieser bedeutenden deutschen Künstlerpersönlichkeit des 20. Jahrhunderts gewidmet ist. 
Mit seiner heute weltweit umfangreichsten Sammlung vermittelt das Käthe Kollwitz Museum Köln ein geschlossenes Bild der Zeichnerin, Graphikerin und Bildhauerin, die in ihrer Kunst wie keine Zweite die Themen Krieg, Armut und Tod, aber auch Liebe, Geborgenheit und das Ringen um Frieden in nachdrücklicher Weise zum Ausdruck brachte. An kaum einem anderen Ort kann man Käthe Kollwitz näher kommen. 

1983 – 60 Zeichnungen bilden den Grundstock

Bereits 1983 legt die Kreissparkasse Köln mit dem Erwerb eines Konvoluts von 60 Zeichnungen den Grundstock für die Kölner Kollwitz-Sammlung – Blätter aus dem Nachlass der Künstlerin, die sie bis an ihr Lebensende in ihrem Besitz blieben. Ein Ankauf durch die Graphische Sammlung des städtischen Wallraf-Richartz-Museums war nicht möglich, so dass die Werke durch das Engagement der Kreissparkasse Köln, ganz in Tradition Kölner Mäzenatentums, davor bewahrt wurden, bei einer Auktion in alle Winde verstreut zu werden. 1984 kommt ein weiteres Konvolut aus Familienbesitz hinzu, so dass die Kreissparkasse Köln bei der Eröffnung des Museums 1985 alleine 112 Zeichnungen ausstellen kann. 

Eine Auswahl der Ersten Werke der kölner kollwitz-sammlung

Käthe Kollwitz, Kind, im Arm gehalten, 1892, Bleistift auf Zeichenkarton, NT 63

Käthe Kollwitz, Kind, im Arm gehalten, 1892, Bleistift auf Zeichenkarton, NT 63

Käthe Kollwitz, Selbstbildnis in ganzer Figur, sitzend, 1893, Tuschfeder, laviert, NT 87

Käthe Kollwitz, Selbstbildnis in ganzer Figur, sitzend, 1893, Tuschfeder, laviert, NT 87

Käthe Kollwitz, Kniender weiblicher Rückenakt; 1904-06, Schwarze Kreide, NT 339

Käthe Kollwitz, Kniender weiblicher Rückenakt; 1904-06, Schwarze Kreide, NT 339

Käthe Kollwitz, Abschied; 1910, Kohle, gewischt, auf Ingres-Bütten, NT 616

Käthe Kollwitz, Abschied; 1910, Kohle, gewischt, auf Ingres-Bütten, NT 616

Käthe Kollwitz, Unter dem Brückenbogen; 1928, Kohle und schwarze Kreide, gewischt, auf Zeichenpapier, NT 1161

Käthe Kollwitz, Unter dem Brückenbogen; 1928, Kohle und schwarze Kreide, gewischt, auf Zeichenpapier, NT 1161

Käthe Kollwitz, Selbstbildnis mit Karl Kollwitz; 1938-1940, Kohle, gewischt, auf gelblichem Ingres-Bütten, NT 1276

Käthe Kollwitz, Selbstbildnis mit Karl Kollwitz; 1938-1940, Kohle, gewischt, auf gelblichem Ingres-Bütten, NT 1276

1985 – Die erste Ausstellung

1985 umfasst der Bestand dank weiterer Ankäufe und Schenkungen insgesamt 120 Zeichnungen, 60 Druckgraphiken und alle 15 museal greifbaren Plastiken der Künstlerin. Schnell steht fest, dass die Sammlung  gemäß einer Vereinbarung mit der Erbengemeinschaft Kollwitz nicht weiterverkauft, sondern komplettiert, der wissenschaftlichen Bearbeitung zugänglich gemacht und öffentlich präsentiert werden soll.

Ein erster und wichtiger Schritt ist die Präsentation der Käthe-Kollwitz-Sammlung der Kreissparkasse Köln, so die damalige offizielle Bezeichnung, am 40. Todestag der Künstlerin, dem 22. April 1985. Zu diesem Zweck stellt die Kreissparkasse Köln die Räume ihrer ehemaligen Vorstandsetage, etwa 800 qm Raumfläche, zur Verfügung: Büros werden in graphische Kabinette umgewandelt.

Mit dieser ersten Ausstellung schlägt gleichzeitig die Geburtsstunde des Museums. Schon am Eröffnungstag ist unter vielen Anwesenden und in der Presse vom ersten Käthe Kollwitz Museum die Rede.

Gründungsdirektorin des Käthe Kollwitz Museum Köln ist Dr. Jutta Bohnke-Kollwitz, eine Enkelin der Künstlerin.




1989 – Neue Museumsräume

Nachdem die Ausstellung zunächst provisorisch im Verwaltungstrakt der Kreissparkassen-Hauptstelle eingerichtet und ein Besuch lediglich zu den Öffnungszeiten der Schalterhalle möglich ist, kann Anfang 1989 ein eigenes, neu errichtetes Domizil bezogen werden:

Am 26. Januar 1989 werden die vom Architekten Hans Schilling entworfenen Räume - das Museum über den Dächern der Stadt, im 4. Obergeschoss der Neumarkt Passage - eröffnet. Auf 1000 qm Ausstellungsfläche ist hier eine optimale Präsentation der Sammlung nach zeitgemäßen konservatorischen Gesichtspunkten gewährleistet.

Käthe Kollwitz Museum Köln - Blick in die Sammlung


Käthe Kollwitz Museum Köln - Blick in die Sammlung


Käthe Kollwitz Museum Köln - Blick in die Sammlung


1990 bis heute – Ausstellen, Bewahren, Forschen, Sammeln, Vermitteln

Hannelore Fischer M.A. 

Seit 1990 steht das Haus unter Leitung der Kunsthistorikerin Hannelore Fischer M.A., die bereits seit den ersten Tagen an der Grundlagenarbeit des Museumsaufbaus beteiligt war.

Gemäß der fünf Säulen der klassischen Museumsarbeit hat sich das Käthe Kollwitz Museum Köln unter ihrer Direktion nicht nur als wesentlicher Bestandteil des Kölner Kulturangebotes etabliert – mit seiner inzwischen umfangreichsten und bedeutendsten Kollwitz-Sammlung zählt das Haus heute zu den monographischen Sammlungen von weltweiter Beachtung.

Ausstellen. Neben der Präsentation von Hauptwerken aus der ständigen Sammlung setzt das Käthe Kollwitz Museum Köln mit seinen Sonderausstellungen Schwerpunkte auf historische oder thematische Bezüge und künstlerische Techniken, Photographie, sowie auf Ausstellungen mit monographische Präsentationen von Künstlern, die im Kontext zum Kollwitzschen Œuvre stehen.

Bewahren. Die Werke der Kölner Kollwitz-Sammlung werden gemäß aktueller Standards unter konservatorischen Bedingungen hinsichtlich Klima, Luftreinheit und Lichtschutz bewahrt und gegebenenfalls von renommierten Spezialisten restauriert. Das Bewahren der Objekte umfasst auch das sachgerechte Art-Handling sowie sämtliche Aspekte der Sicherheit.

Forschen. Aus wissenschaftlichen wie auch aus juristischen Gründen steht die Erforschung der Provenienz der Werke aus der Kölner Kollwitz-Sammlung unter höchster Priorität. Mit seiner Forschungsarbeit, vor allem mit der Herausgabe der Werkverzeichnisse der Plastik, der Druckgraphik und der Handzeichnungen (in Arbeit), setzt das Käthe Kollwitz Museum Köln auch Maßstäbe für das internationale Interesse an seiner Künstlerin. Grundlage hierfür sind eine gut ausgestattete Bibliothek, Photothek und ein Forschungsarchiv.

Sammeln. Die Sammlung zu vervollständigen, der Forschung zugänglich zu machen und ein umfassendes Bild der Künstlerin und ihrer Werke vorzustellen, ist das Sammlungskonzept des Käthe Kollwitz Museum Köln. Die Schwerpunkte liegen vor allem auf Handzeichnungen aus dem Frühwerk und auf Blättern, die die Arbeitsweise der Künstlerin dokumentieren. So bewahrt die Kölner Kollwitz Sammlung einen umfangreichen Bestand an Vorzeichnungen und Zustandsdrucken für die Zyklen »Ein Weberaustand« (1893–97), »Bauernkrieg« (1902/03–1908) und »Krieg« (1921/22). Ein weiterer Sammlungsschwerpunkt liegt bei Vorarbeiten zur Radierung »Tod, Frau und Kind« (1910) – einem Thema, mit dem sich die Künstlerin vor allem in den intensiven Jahren 1910/1911 umfangreich auseinander setzt.

Vermitteln. Mit museumspädagogischen Angeboten wie Führungen und Workshops für die unterschiedlichsten Zielgruppen, öffentlichen Vorträgen oder Diskussionsrunden sowie mit Katalog-Publikationen vermittelt das Käthe Kollwitz Museum Köln die Bedeutung seiner Künstlerin vor Ort. Gleichzeitig versteht sich das Haus auch als Botschafterin: Zahlreiche Leihgesuche auswärtiger Museen belegen die Bedeutung der Kölner Kollwitz Sammlung weit über die Grenzen der Domstadt hinaus und bezeugen das ungebrochene Interesse an Käthe Kollwitz weltweit.

Höhepunkte der Museumsgeschichte

Sechs Ausstellungshighlights aus drei Jahrzehnten

Die Kollwitz Sammlung des Dresdner Kupferstich-Kabinettes. Graphik und Zeichnungen 1890-1912. 26. Januar - 29. März 1989

Die erste Ausstellung in neuen Museumsräumen:
Mehr als 60.000 Besucher sahen die aufwändig organisierte deutsch-deutsche Kooperationsschau
Die Kollwitz Sammlung des Dresdner Kupferstich-Kabinettes. Graphik und Zeichnungen 1890-1912.
26. Januar - 29. März 1989
 

Käthe Kollwitz. Meisterwerke der Zeichnung. 20. April - 18. Juni 1995

Zum 10-jährigen Bestehen des Museums präsentiert die Kölner Sammlung eine Highlight-Ausstellung in Zusammenarbeit mit mehr als 50 internationalen Leihgebern: 
Käthe Kollwitz. Meisterwerke der Zeichnung

20. April - 18. Juni 1995

 Käthe Kollwitz - Die trauernden Eltern. Ein Mahnmal für den Frieden. 29. Oktober - 12. Dezember 1999

Die Ausstellung anlässlich des 40. Jahrestages der Aufstellung der Skulpturen in der Kölner Kirchenruine Alt St. Alban macht den langen Entstehungsprozess des bedeutenden Mahnmals deutlich: 
Käthe Kollwitz - Die trauernden Eltern. 
Ein Mahnmal für den Frieden
29. Oktober - 12. Dezember 1999

 Käthe Kollwitz - Die trauernden Eltern. Ein Mahnmal für den Frieden. 29. Oktober - 12. Dezember 1999

20 Jahre Käthe Kollwitz Museum Köln:
Regelmäßig präsentiert die Kölner Kollwitz Sammlung ihre Neuerwerbungen, wie 2006 die Zugänge des Jubiläumsjahres 2005. Dank ihres Trägers, der Kreissparkasse Köln, wird die Sammlung bis heute kontinuierlich vervollständigt. 

»Paris bezauberte mich...« Käthe Kollwitz und die französische Moderne 29. Oktober 2010 - 30. Januar 2011

Farbe im Werk von Käthe Kollwitz! Zu seinem 25-jährigen Bestehen veröffentlicht das Käthe Kollwitz Museum Köln seine Forschungen zum Einfluß der französischen Moderne auf das Werk seiner Künstlerin und eröffnet die Ausstellung »Paris bezauberte mich...« Käthe Kollwitz und die französische Moderne
29. Oktober 2010 - 16. Januar 2011

GUSSGESCHICHTEN - Das plastische Werk von Käthe Kollwitz in Gips, Stucco, Bronze und Zink 4. März – 5. Juni 2016

Ein Meilenstein der Kollwitz-Forschung: Zum 30-jährigen Bestehen des Museums wird das erste Werkverzeichnis der Plastik von Käthe Kollwitz vorgestellt - begleitet von der  Sonderausstellung 
GUSSGESCHICHTEN - Das plastische Werk von Käthe Kollwitz in Gips, Stucco, Bronze und Zink
4. März – 5. Juni 2016

Die Kreissparkasse Köln als Träger des Museums

Statement des Vorstandsvorsitzenden Dr. Hans-Joachim Möhle anlässlich der Museumsgründung 1985

to_top

Es bleibt zu fragen, was eine Sparkasse, insbesondere die Kreissparkasse Köln, veranlasst, sich für Käthe Kollwitz so stark zu engagieren.

Eines der beherrschenden Themen bei Käthe Kollwitz ist Arbeit und Not. Hier haben auch die Sparkassen, kommunale und freie, ihre historischen Wurzeln. Sie sind Ende des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts als Institut der Armenpflege und –fürsorge entstanden. Noch 1882 tagte der – erste – Deutsche Sparkassentag in Verbindung mit einem Armenpflegerkongreß.

Eine Sparkasse, die sich dem Werk von Käthe Kollwitz zuwendet, besinnt sich also auf ihren Ursprung. Diese Rückbesinnung erscheint uns umso angebrachter, als es manchmal schwerfällt, in den Großgebilden der Sparkassenlandschaft, zu der auch die Kreissparkasse Köln zählt, die ehemalige ›Armeleutebank‹ wiederzuerkennen. Diese Herkunft zu verdrängen wäre unredlich und auf lange Sicht tödlich, und zwar ganz unabhängig davon, dass die Sparkassen sich im Rahmen veränderter gesellschaftlicher und ökonomischer Bedingungen heute nicht mehr als Armenkassen gerieren können.«

Zur Eröffnung des Museums 1985
Dr. Hans-Joachim Möhle,
Vorstandsvorsitzender
der Kreissparkasse Köln (1979–1990)

Adresse

Käthe Kollwitz Museum Köln

Neumarkt 18-24 / Neumarkt Passage

50667 Köln

+49 (0)221 227 2899

+49 (0)221 227 2602

Öffnungszeiten

Di bis Fr

10 - 18 Uhr

Sa und So

11 - 18 Uhr

Feiertage

11 - 18 Uhr

Montags

geschlossen

Bitte beachten Sie

Auch an Karfreitag sowie an den Ostertagen ist das Museum von 11 bis 18 Uhr geöffnet!

Öffentliche Führungen an allen Feiertagen um 15 Uhr in der Sonderausstellung

ANJA NIEDRINGHAUS - BILDERKRIEGERIN