Heute geöffnet von 11–18 Uhr

Von der Sammlung zum Museum

Am 22. April 1985, dem 40. Todestag der Künstlerin, wurde in Köln das Käthe Kollwitz Museum gegründet — das erste Museum, das einzig dieser bedeutenden deutschen Künstlerpersönlichkeit des 20. Jahrhunderts gewidmet ist. 

Mit seiner heute weltweit umfangreichsten Sammlung vermittelt das Kollwitz Museum Köln ein geschlossenes Bild der Zeichnerin, Grafikerin und Bildhauerin, die in ihrer Kunst wie keine Zweite die Themen Krieg, Armut und Tod, aber auch Liebe, Geborgenheit und das Ringen um Frieden in nachdrücklicher Weise zum Ausdruck bringt. An kaum einem anderen Ort kann man Käthe Kollwitz näher kommen.  

Das Schwarz-Weiß-Foto zeigt stehend die Kollwitz-Enkel Jutta Bohnke-Kollwitz, Jördis Erdmann, Arne Andreas Kollwitz und Hans-Joachim Möhle, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Köln (v.l.) bei der Eröffnung des Kollwitz Museum Köln 1985. Zwischen den Enkelinnen das Selbstbildnis in Bronze der Künstlerin, im Hintergrund weitere Werke.
Eröffnung des Kollwitz Museum Köln 1985: Die Kollwitz-Enkel Jutta Bohnke-Kollwitz, Jördis Erdmann, Arne Andreas Kollwitz und Hans-Joachim Möhle, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Köln (v.l.)

1983 — 60 Zeichnungen bilden den Grundstock

Bereits 1983 legt die Kreissparkasse Köln mit dem Erwerb eines Konvoluts von 60 Zeichnungen den Grundstock für die Kölner Kollwitz-Sammlung – Blätter aus dem Nachlass der Künstlerin, die bis an ihr Lebensende in ihrem Besitz blieben. Ein Ankauf durch die Graphische Sammlung des städtischen Wallraf-Richartz-Museums war nicht möglich, so dass die Werke durch das Engagement der Kreissparkasse Köln, ganz in Tradition Kölner Mäzenatentums, davor bewahrt wurden, bei einer Auktion in alle Winde verstreut zu werden.

1984 kommt ein weiteres Konvolut aus Familienbesitz hinzu, so dass die Kreissparkasse Köln bei der ersten öffentlichen Präsentation der Sammlung 1985 alleine 112 Zeichnungen ausstellen kann. 

1985 — Die erste Ausstellung

1985 umfasst der Bestand dank weiterer Ankäufe und Schenkungen insgesamt 120 Zeichnungen, 60 Druckgrafiken und alle 15 museal greifbaren Plastiken der Künstlerin. Schnell steht fest, dass die Sammlung  gemäß einer Vereinbarung mit der Erbengemeinschaft Kollwitz nicht weiterverkauft, sondern komplettiert, der wissenschaftlichen Bearbeitung zugänglich gemacht und öffentlich präsentiert werden soll.

Ein erster und wichtiger Schritt ist die Präsentation der Käthe-Kollwitz-Sammlung der Kreissparkasse Köln, so die damalige offizielle Bezeichnung, am 40. Todestag der Künstlerin, dem 22. April 1985. Zu diesem Zweck stellt die Kreissparkasse Köln die Räume ihrer ehemaligen Vorstandsetage, etwa 800 qm Raumfläche, zur Verfügung: Büros werden in grafische Kabinette umgewandelt.

Mit dieser ersten Ausstellung schlägt gleichzeitig die Geburtsstunde des Museums. Schon am Eröffnungstag ist unter vielen Anwesenden und in der Presse vom ersten Käthe Kollwitz Museum die Rede.

Gründungsdirektorin des Käthe Kollwitz Museum Köln ist Dr. Jutta Bohnke-Kollwitz (1923–2021), eine Enkelin der Künstlerin.
Die Rede von Jutta Bohnke-Kollwitz zum 20-jährigen Bestehen des Museums im Jahr 2005 steht zum Download als PDF zur Verfügung.

Das Schwarz-Weiß-Foto zeigt einen Blick in die ersten Ausstellungsräume des Museums auf der ehemaligen Vorstandsetage der Kreissparkasse Köln, 1986:  Mehrere Frauen und Männer betrachten Werke der Kollwitz, im Hintergund die große Bronzeplastik »Mutter mit zwei Kindern«.
Blick in die ersten Ausstellungsräume des Museums auf der ehemaligen Vorstandsetage der Kreissparkasse Köln, 1986
Das Schwarz-Weiß-Foto zeigt einen Blick in die ersten Ausstellungsräume des Museums auf der ehemaligen Vorstandsetage der Kreissparkasse Köln, 1986:  Mehrere Frauen und Männer betrachten Werke der Kollwitz, im Zentrum die große Bronzeplastik »Mutter mit zwei Kindern«.
Blick in die ersten Ausstellungsräume des Museums auf der ehemaligen Vorstandsetage der Kreissparkasse Köln, 1986
Das Schwarz-Weiß-Foto zeigt die Gründungsdirektorin und Kollwitz-Enkelin Dr. Jutta Bohnke-Kollwitz (2.v.l.) und Hannelore Fischer (3.v.l.) bei einer Ausstellungseröffnung im Jahr 1986.
Gründungsdirektorin und Kollwitz-Enkelin Dr. Jutta Bohnke-Kollwitz (2.v.l.) und Hannelore Fischer (3.v.l.) bei einer Ausstellungseröffnung im Jahr 1986

Eine Auswahl der ersten Werke der Kölner Kollwitz-Sammlung

Das Foto zeigt die skizzenhafte Bleistiftzeichnung eines Säuglings von Käthe Kollwitz
Käthe Kollwitz, Kind, im Arm gehalten, 1892, Bleistift auf Zeichenkarton, 248 x 165 mm, NT 63, Kollwitz Museum Köln, Inv.-Nr. 70200/83001
Das Foto zeigt eine Tuschfederzeichnung von Käthe Kollwitz: Ein Selbstbildnis der Künstlerin, sitzend nach vorne gebeugt und sinnierend. Sie trägt ein schlichtes, knöchellanges Kleid, an der Hüfte gegürtet. Ihre Hände liegend auf ihrem Schoß.
Käthe Kollwitz, Selbstbildnis in ganzer Figur, sitzend, 1893, Tuschfeder, laviert, 330 x 250 mm, NT 87, Kollwitz Museum Köln, Inv.-Nr. 70200/84002
Das Foto zeigt einen knienden weiblichen Rückenakt, gezeichnet von Käthe Kollwitz mit wenigen sicheren Strichen und vorsichtigen Verwischungen in schwarzer Kreide auf vergilbtem Papier. Das Modell hat sich leicht nach rechts gebeugt, sein Blick richtet sich nach rechts zu Boden, seinen linken Arm hält es für den Betrachter unsichtbar vor der Brust, seinen rechten Arm lässt es ausgestreckt hängen, so dass seine Fingerspitzen die Kniekehlen berühren.
Käthe Kollwitz, Kniender weiblicher Rückenakt, 1904-06, Schwarze Kreide auf vergilbtem Papier, 625 x 469 mm, NT 339, Kollwitz Museum Köln, Inv.-Nr. 70200/83013
Käthe Kollwitz, Abschied, 1910, Kohle, gewischt, auf Ingres-Bütten, 632 x 458 mm, NT 616, Kollwitz Museum Köln, Inv.-Nr. 70200/84009
Das Bild zeigt die querformatige Kohlezeichnung »Unter dem Brückenbogen« von Käthe Kollwitz. Zu sehen sind zwei zusammengekauerte Figuren, die eine im Vordergrund liegend, ihre Arme über der Brust verschränkt und die Beine angewinkelt, die andere dahinter hockend und nach vorne gebeugt, den Kopf zwischen die angewinkelten Knie gelegt, die von ihren Armen umfasst werden. Im Hintergrund ein aufstrebender Brückenbogen, wohl eine Stahlkonstruktion.
Käthe Kollwitz, Unter dem Brückenbogen, 1928, Kohle und schwarze Kreide, gewischt, auf Zeichenpapier, 389 x 535 mm, NT 1161, Kollwitz Museum Köln, Inv.-Nr. 70200/83053
Das Foto zeigt ein spätes Selbstbildnis von Käthe Kollwitz mit ihrem Mann Karl, gezeichnet mit Kohle auf gelblichem Ingres-Bütten. Sie sitzen auf einer imaginären Bank, blicken mit erhobenem Kopf sinnierend in die Ferne. Die Ganzfiguren sind in Seitenansicht nach links dargestellt, ihre Rücken halbkreisförmig zu einer einzigen Silhouette verschmolzen. Käthe Kollwitz zeichnet sich im Vordergrund, das Gesicht verschattet, ihre Hände ruhen auf ihrem Schoß. Sie hält ein verschlossenes Buch - vielleicht das zugeschlagene Buch des Lebens. Hinter ihr Karl, der seine Hände auf den Knauf eines Gehstock stützt, darauf ruht sein Kinn.
Käthe Kollwitz, Selbstbildnis mit Karl Kollwitz, 1938-1940, Kohle, gewischt, auf gelblichem Ingres-Bütten, 653 x 476 mm, NT 1276, Kollwitz Museum Köln, Inv.-Nr. 70200/83061

1989 — Neue Museumsräume

Nachdem die Ausstellung zunächst provisorisch im Verwaltungstrakt der Kreissparkassen-Hauptstelle eingerichtet und ein Besuch lediglich zu den Öffnungszeiten der Schalterhalle möglich ist, kann Anfang 1989 ein eigenes, neu errichtetes Domizil bezogen werden:

Am 26. Januar 1989 werden die vom Architekten Hans Schilling entworfenen Räume – das Museum über den Dächern der Stadt, im 4. Obergeschoss der Neumarkt Passage – eröffnet. Auf 1000 qm Ausstellungsfläche ist hier eine optimale Präsentation der Sammlung nach zeitgemäßen konservatorischen Gesichtspunkten gewährleistet.

Von 1990 bis 2022 steht das Haus unter der Leitung von Hannelore Fischer, die bereits seit den ersten Tagen an der Grundlagenarbeit des Museumsaufbaus beteiligt ist. In ihrer 32-jährigen Amtszeit entwickelt sie mit großem Engagement die Kollwitz-Sammlung zur umfangreichsten und in sich geschlossensten Kollektion weltweit – und die Präsentation von der zunächst eher improvisierten Einrichtung zum Graphik-Museum mit internationalem Renommee. Ende März 2022 wird die langjährige Direktorin und Kollwitz-Expertin in den Ruhestand verabschiedet.

Seit April 2022 ist die Kunsthistorikerin Katharina Koselleck Direktorin des Käthe Kollwitz Museum Köln. Bereits seit 2008 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Team von Hannelore Fischer und als Kuratorin für zahlreiche Sonderausstellungen verantwortlich. Mit ihrer Ernennung zur Leiterin gibt der Vorstand der Kreissparkasse Köln als Trägerin des Museums ein Kontinuitätsversprechen für eine erfolgreiche Zukunft des Hauses.

Das Farbfoto zeigt einen Blick in das Forum des Kollwitz Museum Köln im Jahr 2015: einen weiten, hellen Raum mit hellem Holzfußboden, an der Schauwand ein Kollwitz-Porträt, bearbeitet vom Künstler Herbert Döring-Spengler. Im Vordergrund eine Gruppe von Personen.
Das Käthe Kollwitz Museum Köln im Jahr 2015: Blick in das Forum
Das Farbfoto zeigt einen Blick in die Sammlungspräsentation des Jahres 2015: Im Vordergrund eine Fotografie von Käthe Kollwitz in ihrem Atelier.
Blick in die Sammlungspräsentation des Jahres 2015: Im Vordergrund eine Fotografie von Käthe Kollwitz in ihrem Atelier
Das Farbfoto zeigt einen Blick in die Sammlungspräsentation des Jahres 2015: Im Zentrum die bronzene »Liebesgruppe« von Käthe Kollwitz, im Hintergrund Zeichnungen von Liebesszenen.
Blick in die Sammlungspräsentation des Jahres 2015: Die bronzene »Liebesgruppe« von Käthe Kollwitz, im Hintergrund Zeichnungen von Liebesszenen

2023 — Generalsanierung der Ausstellungsräume

Gleich eine ihrer ersten Aufgaben stellt die neue Direktorin und ihr Team vor eine besondere Herausforderung: 
Anfang des Jahres 2023 gibt die Kreissparkasse Köln den Startschuss für die Generalsanierung der Ausstellungsräume nach bald 40-jährigem Bestehen. Das Museum muss vorübergehend schließen.

Die Hauptwerke der Kölner Kollwitz-Sammlung reisen in der Zwischenzeit um die Welt – für große Ausstellungen u.a. in New York, Zürich, Bielefeld und Frankfurt. Auch in Köln bleibt die Künstlerin trotz Bauarbeiten sichtbar: Die Reihe »Begegnungen – Käthe Kollwitz zu Gast …« präsentiert ausgewählte Werke im Museum Ludwig, im Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud und der Kölner Domschatzkammer. Das Outreach-Projekt »TRANSIT. Chorweiler x Kollwitz« in der Stadtteilbibliothek Chorweiler bringt mit von Jugendlichen ausgewählten Reproduktionen das Werk der Künstlerin in den äußeren Nordwesten der Stadt.

Aber nicht nur das. Im Museums-Pop-up RAUM FÜR NEUES, das uns von Januar 2023 bis März 2024 zur Verfügung steht, heißen die Kunstvermittler:innen Besucher:innen auch während der Schließzeit willkommen. In einem Ladenlokal im Erdgeschoss der Neumarkt Passage stellen sie vor, was das Team hinter den Kulissen für die neue Sammlungspräsentation erarbeitet: Von einem virtuellen Atelier der Künstlerin über analoge und digitale Hintergrundinformationen zu Leben und Werk von Käthe Kollwitz bis hin zu interaktiven und museumspädagogischen Angeboten, die ihre künstlerischen Techniken nachvollziehen lassen.

2025 — Wiedereröffnung mit der großen Sonderausstellung KOLLWITZ NEU SEHEN

Im Oktober 2025, nach knapp drei Jahren intensiver Bauarbeiten, sind die Renovierungen abgeschlossen. Neu sind nicht nur für Besucher:innen unsichtbare Modernisierungen wie die Installation von zeitgemäßer, effizienterer und nachhaltiger Klimatechnik, moderner Sicherheitsanlagen und Brandschutzmaßnahmen. Auch neue Wandverkleidungen, ein neuer Fußboden und vor allem das für die Museumsräume eigens konzipierte Beleuchtungssystem lassen die Kunst in neuem Licht erscheinen.

Im Oktober 2025 öffnen wir wieder unsere Türen. Passend im Gedenkjahr zum 80. Todestag der Kollwitz und zum 40-jährigen Bestehen des Museums rückt die große Sammlungspräsentation unter dem Titel KOLLWITZ NEU SEHEN die Themen der Künstlerin in den Fokus, die sie zeitlebens bewegten: soziale Ungleichheit, politische Umbrüche, Geschlechterrollen und das Leben von Frauen in schwierigen Zeiten.

Die neu konzipierte Hängung bringt die Werke – darunter rund 20 Neuerwerbungen und 10 neue Dauerleihgaben – in oft überraschende Dialoge. Thematische, technische und motivische Bezüge eröffnen neue Blickwinkel und Zusammenhänge. KOLLWITZ NEU SEHEN macht das Ringen der Künstlerin um die passende Technik für ihre Botschaft nachvollziehbar und ermöglicht ein tieferes Verständnis ihres Arbeitsprozesses und Werks. 

Das Foto zeigt die Schauwand im Museumsfoyer des Kollwitz Museum Köln mit dem Titel der Ausstellung KOLLWITZ NEU SEHEN in weißer Schrift auf blauem Hintergrund.
Kollwitz Neu Sehen — Blick in die Sammlungsspräsentation zur Wiedereröffnung 2025
Das Foto zeigt einen Blick in die Sammlungspräsentation zur Wiedereröffnung des Kollwitz Museum Köln mit der ersten Ausstellungsintervention der Reihe »Bildstörung«: Zentral die Videoinstallation »Die Mütter« von Isaac Chong Wai, rechts die sieben Holzschnitte der Folge »Krieg«, rechts im Hintergrund das Plakat »Nie wieder Krieg« von Käthe Kollwitz.
Blick in die Sammlungspräsentation zur Wiedereröffnung mit der ersten Ausstellungsintervention der Reihe »Bildstörung«: Die Videoinstallation »Die Mütter« von Isaac Chong Wai.
Das Foto zeigt einen Blick in die Sammlungspräsentation zur Wiedereröffnung des Kollwitz Museum Köln.
Blick in die Sammlungspräsentation zur Wiedereröffnung
Das Foto zeigt einen Blick in die Sammlungsspräsentation zur Wiedereröffnung des Kollwitz Museum Köln 2025 mit der Medienstation zur Tiefdrucktechnik. Zwei Museumsbesucherinnen bedienen das pultartige, computergestütze Kunstvermittlungstool.
Blick in die Sammlungsspräsentation zur Wiedereröffnung 2025 mit der Medienstation zur Tiefdrucktechnik

Die Kreissparkasse Köln als Träger des Museums

Es bleibt zu fragen, was eine Sparkasse, insbesondere die Kreissparkasse Köln, veranlasst, sich für Käthe Kollwitz so stark zu engagieren.

Eines der beherrschenden Themen bei Käthe Kollwitz ist Arbeit und Not. Hier haben auch die Sparkassen, kommunale und freie, ihre historischen Wurzeln. Sie sind Ende des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts als Institut der Armenpflege und –fürsorge entstanden. Noch 1882 tagte der – erste – Deutsche Sparkassentag in Verbindung mit einem Armenpflegerkongreß.

Eine Sparkasse, die sich dem Werk von Käthe Kollwitz zuwendet, besinnt sich also auf ihren Ursprung. Diese Rückbesinnung erscheint uns umso angebrachter, als es manchmal schwerfällt, in den Großgebilden der Sparkassenlandschaft, zu der auch die Kreissparkasse Köln zählt, die ehemalige ›Armeleutebank‹ wiederzuerkennen. Diese Herkunft zu verdrängen wäre unredlich und auf lange Sicht tödlich, und zwar ganz unabhängig davon, dass die Sparkassen sich im Rahmen veränderter gesellschaftlicher und ökonomischer Bedingungen heute nicht mehr als Armenkassen gerieren können.«

Statement des Vorstandsvorsitzenden Dr. Hans-Joachim Möhle anlässlich der Museumsgründung 1985

Ausstellen, Bewahren, Forschen, Sammeln, Vermitteln

Das Kollwitz Museum Köln ist nicht nur ein wesentlicher Bestandteil des regionalen und überregionalen Kulturangebotes – aufgrund seiner bedeutenden monografischen Sammlung zählt es zu den Ausstellungshäusern von internationaler Beachtung. Sein Leitbild basiert auf den fünf Säulen der klassischen Museumsarbeit.

Ausstellen. Neben der Präsentation von Hauptwerken aus der ständigen Sammlung setzt das Kollwitz Museum Köln mit seinen Sonderausstellungen Schwerpunkte auf historische oder thematische Bezüge und künstlerische Techniken, Fotografie, sowie auf Ausstellungen mit monografische Präsentationen von Künstler:innen, die im Kontext zum Kollwitzschen Œuvre stehen.

Bewahren. Die Werke der Kölner Kollwitz-Sammlung werden gemäß aktueller Standards unter konservatorischen Bedingungen hinsichtlich Klima, Luftreinheit und Lichtschutz bewahrt und gegebenenfalls von renommierten Spezialisten restauriert. Das Bewahren der Objekte umfasst auch das sachgerechte Art-Handling sowie sämtliche Aspekte der Sicherheit.

Forschen. Aus wissenschaftlichen wie auch aus juristischen Gründen steht die Erforschung der Provenienz der Werke aus der Kölner Kollwitz-Sammlung unter höchster Priorität. Mit seiner Forschungsarbeit, vor allem mit der Herausgabe der Werkverzeichnisse der Plastik, der Druckgrafik und der Handzeichnungen (in Arbeit), setzt das Kollwitz Museum Köln auch Maßstäbe für das internationale Interesse an seiner Künstlerin. Grundlage hierfür sind eine gut ausgestattete Bibliothek, Fotothek und ein Forschungsarchiv.

Sammeln. Die Sammlung zu vervollständigen, der Forschung zugänglich zu machen und ein umfassendes Bild der Künstlerin und ihrer Werke vorzustellen, ist das Sammlungskonzept des Kollwitz Museum Köln. Die Schwerpunkte liegen vor allem auf Handzeichnungen aus dem Frühwerk und auf Blättern, die die Arbeitsweise der Künstlerin dokumentieren. So bewahrt die Kölner Kollwitz Sammlung einen umfangreichen Bestand an Vorzeichnungen und Zustandsdrucken für die Zyklen »Ein Weberaustand« (1893–97), »Bauernkrieg« (1902/03–1908) und »Krieg« (1921/22). Ein weiterer Sammlungsschwerpunkt liegt bei Vorarbeiten zur Radierung »Tod, Frau und Kind« (1910) – einem Thema, mit dem sich die Künstlerin vor allem in den intensiven Jahren 1910/1911 umfangreich auseinander setzt.

Vermitteln. Mit museumspädagogischen Angeboten wie Führungen und Workshops für die unterschiedlichsten Zielgruppen, öffentlichen Vorträgen oder Diskussionsrunden sowie mit Katalog-Publikationen vermittelt das Kollwitz Museum Köln die Bedeutung seiner Künstlerin vor Ort. Gleichzeitig versteht sich das Haus auch als Botschafterin: Zahlreiche Leihgesuche auswärtiger Museen belegen die Bedeutung der Kölner Kollwitz Sammlung weit über die Grenzen der Domstadt hinaus und bezeugen das ungebrochene Interesse an Käthe Kollwitz weltweit.

Ausstellungshighlights aus vier Jahrzehnten

26. Januar — 29. März 1989

Die erste Ausstellung in neuen Museumsräumen: Mehr als 60.000 Besucher sahen die aufwändig organisierte deutsch-deutsche Kooperationsschau
Die Kollwitz Sammlung des Dresdner Kupferstich-Kabinettes
Graphik und Zeichnungen 1890–1912


20. April — 18. Juni 1995

Zum 10-jährigen Bestehen des Museums präsentiert die Kölner Sammlung eine Highlight-Ausstellung in Zusammenarbeit mit mehr als 50 internationalen Leihgebern: 
Käthe Kollwitz
Meisterwerke der Zeichnung

29. Oktober — 12. Dezember 1999

Die Ausstellung anlässlich des 40. Jahrestages der Aufstellung der Skulpturen in der Kölner Kirchenruine Alt St. Alban macht den langen Entstehungsprozess des bedeutenden Mahnmals deutlich: 
Käthe Kollwitz — Die trauernden Eltern 
Ein Mahnmal für den Frieden

4. Februar — 29. April 2006

20 Jahre Käthe Kollwitz Museum Köln: Regelmäßig präsentiert die Kölner Kollwitz Sammlung ihre Neuerwerbungen, wie 2006 die Zugänge des Jubiläumsjahres 2005. Dank ihres Trägers, der Kreissparkasse Köln, wird die Sammlung bis heute kontinuierlich vervollständigt.

29. Oktober 2010 — 16. Januar 2011

»Paris bezauberte mich...«
Käthe Kollwitz und die französische Moderne
Farbe im Werk von Käthe Kollwitz! Zu seinem 25-jährigen Bestehen veröffentlicht das Käthe Kollwitz Museum Köln seine Forschungen zum Einfluß der französischen Moderne auf das Werk seiner Künstlerin.

4. März — 5. Juni 2016

GUSSGESCHICHTEN 
Das plastische Werk von Käthe Kollwitz in Gips, Stucco, Bronze und Zink

Ein Meilenstein der Kollwitz-Forschung: Zum 30-jährigen Bestehen des Museums wird das erste Werkverzeichnis der Plastik von Käthe Kollwitz vorgestellt – begleitet von der  Sonderausstellung GUSSGESCHICHTEN.

11. März – 19. Juni 2022

KOLLWITZ KONTEXT
Das Werk hinter den Meisterwerken
Im Jahr 2022 erscheint die Monografie KÄTHE KOLLWITZ – DER WERKÜBERBLICK. Mit mehr als 200 Abbildungen präsentiert der Band Hauptwerke aus dem umfangreichen Bestand des Kollwitz Museum Köln. Parallel dazu rückt die Abschiedsausstellung der langjährigen Direktorin Hannelore Fischer das Kollwitz-Werk hinter den Meisterwerken in den Fokus: Besonderheiten der Sammlung, fragile und selten gezeigte Zeichnungen und Drucke, Rückseiten und Kuriosa.

31. Januar 2023 — 16. März 2024

RAUM FÜR NEUES
Nach bald 40-jährigem Bestehen schließt das Museum vorübergehend seine Ausstellungsräume für eine Generalsanierung. Unter dem Motto KOLLWITZ ERLEBEN! realisiert das Team unter Leitung der neuen Direktorin Katharina Koselleck ein Museums-Pop-up. Hier wird präsentiert, was man während der Schließung hinter den Kulissen erarbeitet: von einem virtuellen Atelier der Künstlerin über analoge und digitale Hintergrundinformationen zu Leben und Werk von Käthe Kollwitz bis hin zu interaktiven Angeboten, die ihre künstlerischen Techniken nachvollziehen lassen.

11. Oktober 2025 — 15. März 2026

KOLLWITZ NEU SEHEN
Ausstellung zur Wiedereröffnung
Am 11. Oktober 2025 – im Gedenkjahr zum 80. Todestag der Kollwitz und zum 40-jährigen Bestehen des Museums – werden die Ausstellungsräume wiedereröffnet. Die erste Schau zeigt die wichtigsten Werke der Sammlung sowie rund 20 Neuerwerbungen und 10 neue Dauerleihgaben in neuer Hängung. Dabei stellt KOLLWITZ NEU SEHEN bewusst die weibliche Sicht der Künstlerin heraus – zu Mutterschaft, Verlust und Trauer, aber auch zu Solidarität und Hoffnung.