Folge »Krieg«, 1918-1922/23

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Ich habe immer versucht, den Krieg zu gestalten. Ich konnte es nie fassen. Jetzt endlich habe ich eine Folge von Holzschnitten fertiggemacht, die einigermaßen das sagen was ich sagen wollte. [...] Diese Blätter sollen in alle Welt wandern und sollen allen Menschen sagen: so war es - das haben wir alle getragen durch diese unaussprechlich schweren Jahre.«
Käthe Kollwitz, aus einem Brief an Romain Rolland, Oktober 1922

Wie kaum eine andere Künstler setzt sich Käthe Kollwitz mit dem Ersten Weltkrieg und seinen Folgen auseinander, nachdem ihr jüngerer Sohn Peter als Freiwilliger am 22. Oktober 1914 gefallen ist. Ihr erst 1923 vollendeter Kriegszyklus, der autobiographische Züge trägt, verdeutlicht den Wandel von Käthe Kollwitz im Ersten Weltkrieg. Nachdem sie anfangs den Krieg zwar fürchtet, ihn aber als gerecht empfindet, entwickelt sie sich in seinem Verlauf zu einer Pazifistin, die jeden weiteren Krieg ablehnt.

An ihre Künstlerkollegin Erna Krüger schreibt sie dazu Ende Dezember 1922:

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Ich bin mit der Holzschnittfolge zum Krieg fast fertig. [...] Kein Mensch wird mutmaßen, daß diese 7 Holzstöcke mittlerer Größe eine langjährige Arbeit in sich schließen und doch ist es so. Es steckt darin die Auseinandersetzung mit dem Stück Leben, das die Jahre 1914-1918 umfassen, und diese vier Jahre waren schwer zu fassen.«
Käthe Kollwitz, Briefe der Freundschaft

Wie schwer diese Jahre für sie zu fassen waren, zeigt sich auch im Ringen um die geeignete Technik für den Kriegszyklus. Bevor sie sich für den Holzschnitt entscheidet, beginnt sie ab 1918 zunächst mit ihren gewohnten Techniken Radierung und ab 1919 der Lithographie, bringt es darin aber zu keiner zufriedenstellenden Lösung. Erst in der anspruchsvollen Technik des Holzschnitts findet sie ein Medium, um diese schreckliche Zeit und das in ihr Erlebte angemessen in eine bildliche Form umsetzen zu können.

Die Folge »Krieg« besteht aus sieben Blättern. Im Jahr 1923 - neun Jahre nach Kriegsbeginn - erscheint sie als Mappe im Verlag Emil Richter in Dresden in verschiedenen Ausgaben.

Werke

Käthe Kollwitz, Das Opfer, Bl. 1 der Folge »Krieg«, 1922, Holzschnitt, Kn 179 IX c

Käthe Kollwitz, Das Opfer, Bl. 1 der Folge »Krieg«, 1922, Holzschnitt, Kn 179 IX c

Käthe Kollwitz, Die Freiwilligen, Bl. 2 der Folge »Krieg«, 1921/22, Holzschnitt, Kn 173 IV c

Käthe Kollwitz, Die Freiwilligen, Bl. 2 der Folge »Krieg«, 1921/22, Holzschnitt, Kn 173 IV c

Käthe Kollwitz, Die Eltern, Bl. 3 der Folge »Krieg«, 1921/22, Holzschnitt, Kn 174 V c

Käthe Kollwitz, Die Eltern, Bl. 3 der Folge »Krieg«, 1921/22, Holzschnitt, Kn 174 V c

Käthe Kollwitz, Die Witwe I, Bl. 4 der Folge »Krieg«, 1921/22, Holzschnitt, Kn 175 V b

Käthe Kollwitz, Die Witwe I, Bl. 4 der Folge »Krieg«, 1921/22, Holzschnitt, Kn 175 V b

Käthe Kollwitz, Die Witwe II, Bl. 5 der Folge »Krieg«, 1922, Holzschnitt, Kn 178 VII c

Käthe Kollwitz, Die Witwe II, Bl. 5 der Folge »Krieg«, 1922, Holzschnitt, Kn 178 VII c

Käthe Kollwitz, Die Mütter, Bl. 6 der Folge »Krieg«, 1921/22, Holzschnitt, Kn 176 III

Käthe Kollwitz, Die Mütter, Bl. 6 der Folge »Krieg«, 1921/22, Holzschnitt, Kn 176 III

Käthe Kollwitz, Das Volk, Bl. 7 der Folge »Krieg«, 1922, Holzschnitt, Kn 190 VII c

Käthe Kollwitz, Das Volk, Bl. 7 der Folge »Krieg«, 1922, Holzschnitt, Kn 190 VII c

Adresse

Käthe Kollwitz Museum Köln

Neumarkt 18-24 / Neumarkt Passage

50667 Köln

+49 (0)221 227 2899

+49 (0)221 227 2602

Öffnungszeiten

Di bis Fr

10 - 18 Uhr

Sa und So

11 - 18 Uhr

Feiertage

11 - 18 Uhr

Montags

geschlossen

Bitte beachten Sie

Auch an Karfreitag sowie an den Ostertagen ist das Museum von 11 bis 18 Uhr geöffnet!

Öffentliche Führungen an allen Feiertagen um 15 Uhr in der Sonderausstellung

ANJA NIEDRINGHAUS - BILDERKRIEGERIN