Die Witwe I, Blatt 4 der Folge »Krieg«, 1921/22

Holzschnitt, Kn 175 V b

Käthe Kollwitz, Die Witwe I, Bl. 4 der Folge »Krieg«, 1921/22, Holzschnitt, Kn 175 V b

Vor hellem Grund erscheint hier die Gestalt einer jungen, schwangeren Frau, die ihre Hände schützend über ihren gewölbten Leib legt. Durch den Tod ihres Mannes steht sie nun allein und verlassen da. Ihre heruntergezogenen Mundwinkel zeigen ihre Trauer, ihr hilflos zur Seite gesunkener Kopf ihre Schutzbedürftigkeit.

Käthe Kollwitz beginnt diese Arbeit ursprünglich als Radierung, bezeichnet diese jedoch selbst als missglückt. Auch eine spätere lithographierte Fassung zu diesem Thema verwirft sie.

In beiden früheren Arbeiten sind die Schwangeren als Zeichen ihrer Ratlosigkeit mit leeren, geöffneten Händen und bei der lithographierten Fassung mit hochgezogenen Schultern zu sehen. Dagegen wirkt die Schwangere im Holzschnitt durch die Geschlossenheit der Komposition mehr auf sich und das ungeborene Kind und damit auf das neue Leben gerichtet.

verworfene Fassungen

Käthe Kollwitz, Die Witwe, 1918, Strichätzung, Schmirgel und Vernis mou mit Durchdruck von geripptem Bütten, Kn 138 I

Käthe Kollwitz, Die Witwe, verworfene erste Fassung von Blatt 4 der Folge »Krieg«, 1918, Strichätzung, Schmirgel und Vernis mou mit Durchdruck von geripptem Bütten, Kn 138 I

Käthe Kollwitz, Die Witwe I, verworfene dritte Fassung von Blatt 4 der Folge »Krieg«, 1920, Kreidelithographie, Kn 152 c

Käthe Kollwitz, Die Witwe I, verworfene dritte Fassung von Blatt 4 der Folge »Krieg«, 1920, Kreidelithographie, Kn 152 c