Kindergruppe, vor 1939, vermutlich 1936/1937

Bronze, Seeler 33 I.B.8.

Käthe Kollwitz, Kindergruppe, vor 1939, vermutlich 1936/1937, Bronze, Seeler 33 I.B.8.

Die Kleinplastik verdeutlicht einmal mehr Käthe Kollwitz’ Bemühen um eine klare Formensprache: Dicht aneinandergedrängt bilden die drei Kinder eine plastische Einheit.

Der früheste Beleg zu dieser Gruppe stammt von Karl Kollwitz, der im September 1939 einer gemeinsamen Freundin berichtet, dass er sich an einer vor ihm stehenden Bronze der Kindergruppe erfreue. Wahrscheinlich entsteht sie bereits 1936/1937 im Zusammenhang mit den »Abschiedwinkenden Soldatenfrauen«.

Die Figuren der »Kindergruppe« sind bereits im graphischen Werk der Künstlerin vorformuliert. Das seine kleine Schwester tragende Mädchen geht in Grundzügen auf eine Zusammenstellung zurück, die von der Künstlerin bereits 1912 für das Plakat »Für Gross Berlin« zu Papier gebracht worden ist. Wiederholt kommt Kollwitz in ihrem weiteren graphischen Schaffen auf diesen Bildgedanken zurück, der die Vernachlässigung von Kindern thematisiert, indem sie vor Augen führt, wie den Älteren sehr früh bereits die Verantwortung für ihre jüngeren Geschwistern aufgebürdet wird.

Werke im Kontext

Käthe Kollwitz, Plakat »Für Groß Berlin«, 1912, Kreide- und Pinsellithographie (Umdruck), Kn 122 I

Käthe Kollwitz, Plakat »Für Groß Berlin«, 1912, Kreide- und Pinsellithographie (Umdruck), Kn 122 I

Großstadtkinder, um 1922, Feder auf gelblichem Bütten, NT 997a

Käthe Kollwitz, Großstadtkinder, um 1922, Feder auf gelblichem Bütten, NT 997a