Die Klage, 1938-41

Bronze, Seeler 38 I.B.3.

Käthe Kollwitz, Die Klage, 1938-41, Seeler I.B.3.
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Wenn ich mich frage, worauf der starke Eindruck beruht, den Barlachs Arbeiten von jeher auf mich machten, so glaube ich, ist es dies, wie er selbst einmal formuliert hat: ›es ist außen wie innen‹. Seine Arbeit ist außen wie innen. Form und Inhalt decken sich aufs genaueste. Dies ist das Überzeugende in seiner Arbeit.«
Käthe Kollwitz, aus: Freundesworte. Ernst Barlach zum Gedenken, 1939

Ernst Barlach und Käthe Kollwitz werden oft in einem Atemzug genannt. Gegenseitige Hochachtung und künstlerische Inspiration der kongenialen Künstlerkollegen sind manifest. Zu seiner Beerdigung im Oktober 1938 fährt sie nach Güstrow. Einen Monat nach der Trauerfeier notiert sie: »Es ist mir manchmal, als ob der tote Barlach mir seinen Segen hinterlassen hat. Ich kann gut arbeiten.« (Käthe Kollwitz, Tagebücher, November 1938) Es ist das Relief »Die Klage«, an dem sie während dieser Zeit arbeitet. In einem Brief von 1941 äußert sich Käthe Kollwitz hierzu und nimmt Bezug auf das NS-Regime, das Barlachs Werk als »entartete Kunst« deklariert hat:

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Als ich die Klage machte, stand ich unter dem Eindruck von Barlachs Tod und dem furchtbaren Unrecht, das er erlitten hatte. Das furchtbare Unrecht, das Menschen einander zufügen, hat in den drei Jahren [seit Barlachs Tod] sich fortgesetzt und setzt sich noch fort …«
Käthe Kollwitz, Briefe der Freundschaft, an Trude Bernhard, 1941

Dieses »Unrecht« bezieht sich auch auf die zunehmende Judenverfolgung, die Käthe Kollwitz aus der Nähe selbst mit erlebt, da die ihre eng vertraute Schwester Lise mit dem jüdischen Ingenieur und Komponisten Georg Stern verheiratet ist, mit dem sie vier Kinder hat.

Das dargestellte trauernde Gesicht trägt hinter ihren Händen verborgen Züge der Künstlerin. Unter den Bedingungen der nationalsozialistischen Diktatur kommt besonders der über den Mund gelegten Hand eine erhöhte Bedeutung zu. Sie ist als eine Verurteilung zum Schweigen zu verstehen und entspricht der damaligen Situation der Künstlerin, die von ihrem Publikum ferngehalten wird, indem man sie erfolgreich daran hindert, ihr Werk in der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Adresse

Käthe Kollwitz Museum Köln

Neumarkt 18-24 / Neumarkt Passage

50667 Köln

+49 (0)221 227 2899

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Montags

geschlossen

Bitte beachten Sie

Auch an Karfreitag sowie an den Ostertagen ist das Museum von 11 bis 18 Uhr geöffnet!

Öffentliche Führungen an allen Feiertagen um 15 Uhr in der Sonderausstellung

ANJA NIEDRINGHAUS - BILDERKRIEGERIN