Film im Forum

Kino im Begleitprogramm unserer Ausstellungen

Film im Forum - Käthe Kollwitz Museum Köln

Termine

Mittwoch

28.7.2021

18.30 Uhr

Kosten: 12 € / erm. 9 €

Stummfilm mit LiveMusik im Rahmen der Sonderausstellung
»Friedrich seidenstücker - leben in der Stadt«

Berlin, die Symphonie einer Großstadt

Begrenzte Teilnehmerzahl!
Reservierung unter Tel. 0221 / 227-2602
oder museum@babdd61f374a419a9f22cb1b4cd93608kollwitz.de

D 1927 | 65 min. | S/W-Experimentalfilm | Regie: Walther Ruttmann | Produktion: Fox Europa Produktion | Restaurierte Fassung

Als Klassiker der Filmgeschichte zählt der 1927 entstandene Schwarz/Weiß-Experimentalfilm »Berlin – Die Symphonie einer Großstadt« zu den wichtigsten Bewegtbild-Projekten der deutschen Filmgeschichte. Das Meisterwerk von Walther Ruttmann zeigt in schnell aufeinanderfolgenden Schnitten einen Tag im Leben der Hauptstadt – sinfonisch komponiert im Rhythmus ihrer Tageszeiten: von den leeren Straßen am Morgen zur Hektik des Mittags und den Vergnügungen des Abends. Ruttmann präsentiert Mensch und Stadt als Organismus. Seine Akteure sind Arbeiter, Angestellte und Schulkinder, Kommerzienräte, Mannequins und Bettler. Er zeigt Autos, Straßenbahnen und den Jahrmarkt, den Schlachthof, den Wannsee und den Zoo. Ein atemberaubendes Filmkunstwerk über Liebe, Tod und Leben in der Stadt.

Einführung und Live-Musik: Scott Roller, Cello / Elektronik
Scott Roller, geb. *1959 in Texas / USA, lebt seit 1983 in Deutschland. Seit 1990 ist er sowohl solistisch als auch mit namhaften Formationen als Interpret, Improvisator und Komponist tätig, u.a. mit dem Ensemble Musikfabrik NRW, dem Ensemble Modern und dem Helios Streichquartett. Eine besondere Rolle in seinem Schaffen nimmt die musikalische Auseinandersetzung mit Film, Tanz, bildender Kunst, multimedialem Theater und Literatur ein, häufig in Verbindung mit elektroakustischen Mitteln. Scott Roller ist Gründer und Leiter von Open_Music e.V., einer 2005 ins Leben gerufenen, gemeinnützigen Organisation, die vielfach als Plattform für Improvisationsarbeit ausgezeichnet wurde. www.openmusic.de

Archiv

Mittwoch

4.3.2020

18.30 Uhr

film im Forum

Kollwitz - Ein Leben in Leidenschaft


D 2017 | 52 min. | Regie: Henrike Sandner und Yury Winterberg | Drehbuch: Sonya Winterberg | Eine Produktion von LOOKS in Koproduktion mit rbb in Zusammenarbeit mit ARTE.

Die Grafikerin und Bildhauerin Käthe Kollwitz (1867-1945) gilt als bedeutendste deutsche Künstlerin aller Zeiten. Ihr Werk ist in den USA, in Russland und auch China bekannt. Die großen Museen in aller Welt zeigen ihre Arbeiten, und Sammler zahlen auf Kunstauktionen hohe Preise. Ihr Mahnmal »Trauernde Eltern« auf dem Soldatenfriedhof im belgischen Vladslo gilt als die bedeutendste Grabplastik des 20. Jahrhunderts. Die Botschaft ihres bekanntesten Plakats »Nie wieder Krieg!« ist heute aktueller denn je.

»Die Kollwitz« war eine der ersten Frauen, die in München Kunst studieren durften, und sie wurde schon im deutschen Kaiserreich zu einer anerkannten Künstlerin. Lebensfroh, neugierig und engagiert mischte sich Käthe schon als junge Frau auch als eine politisch starke Stimme in ihre Zeit ein. Kein Werk ohne Botschaft. Schicksalsschläge, wie der Verlust ihres Sohnes Peter im Ersten Weltkrieg, erschütterten ihr Leben. Themen wie Trauer, Verlust, Armut, Hunger oder Krieg beschäftigen sie nun noch stärker.

Doch wie viel weiß man wirklich über Käthe Kollwitz? Wer war diese Frau hinter den Kunstwerken, die einen noch immer so ergreifen? In unzähligen Porträts blickt sie uns an. Und man hofft in dieser ständigen Selbstbefragung der Künstlerin eine Antwort zu finden auf die Frage, wer sie wirklich war.

Der Dokumentarfilm Kollwitz - Ein Leben in Leidenschaft, erschienen zum 150. Geburtstag der Künstlerin im Jahr 2017, begibt sich auf Spurensuche nach einer der charismatischsten Frauenpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts - auf Spurensuche in einem Leben, dass vor allem geprägt war von unbändiger, nie nachlassender Leidenschaft. Zu Wort kommen Kollwitz-Experten ebenso wie Wegbegleiter und Nachfahren, unter anderem die Enkelinnen, die ihre Großmutter während der letzten Tage in Moritzburg begleitet hatten.

Mittwoch

20.11.2019

18.30 Uhr

StummFilm mit Livemusik IM RAHMEN DER SONDERAUSSTELLUNG
»Berliner realismus«

Mutter Krausen's Fahrt ins Glück


Stummfilm nach Erzählungen und Skizzen Heinrich Zilles
D 1929 | Produzent: Willi Münzenberg | Regie: Piel Jutzi | Drehbuch: Willy Döll, Johannes Fethke, Otto Nagel

1929, ganz am Ende der Stummfilmzeit, erlebte der soziale Realismus des Weimarer Kinos einen seiner großen Höhepunkte: »Mutter Krausen‘s Fahrt ins Glück« gilt zugleich als einer der wenigen geglückten Versuche, das Berliner Arbeitermilieu in Wedding getreu den damals populären Darstellungen von Heinrich Zille und Käthe Kollwitz wiederzugeben.
Die tragische Geschichte der Zeitungsausträgerin Mutter Krause und ihrer Familie, die mit einem Kleingangster zusammenleben muss, lobte der Filmkritiker Siegfried Kracauer seinerzeit als »frei von Sentimentalität«:
»Man hat dergleichen öfters in Filmen gesehen, aber gewöhnlich nur als gruselige Staffage für irgendein auserwähltes Schicksal, das in prunkhaften Vorderhäusen happy endigt.«

Einführung und Live-Begleitung am Piano:
Daniel Kothenschulte

Mittwoch

30.10.2019

18.30 Uhr

STUMMFILM MIT LIVEMUSIK IM RAHMEN DER SONDERAUSSTELLUNG
»BERLINER REALISMUS«

Kuhle Wampe oder: Wem gehört die Welt?


D 1932 | Prometheus Film | Regie: Slatan Dudow Drehbuch: Bertolt Brecht, Ernst Ottwalt, Slatan Dudow | Musik: Hanns Eisler

Deutlich inspiriert vom sowjetischen Kino entstand mit »Kuhle Wampe« 1932 ein Musterbeispiel für Agitprop und für die Filmkunst der Weimarer Republik. Nach dem Selbstmord ihres Bruders zieht die junge Arbeiterin Anni (Hertha Thiele) in die Zeltkolonie »Kuhle Wampe« vor den Toren Berlins. Sie trennt sich von ihrem Freund, von dem sie schwanger ist, und findet zu einem selbstbestimmten Leben.
Neben den agitativen Montage-Sequenzen des Regisseurs Slatan Dudow und Hanns Eislers mitreißend-moderner Filmmusik schrieben Bertolt Brechts Dialoge Filmgeschichte: »Wer soll denn die Welt verändern«, lässt er in der berühmten Straßenbahnszene einen besser gestellten Fahrgast fragen. »Die, denen sie nicht gefällt«, erhält er von Annis Freundin Gerda selbstbewusst zur Antwort.

Einführung: Daniel Kothenschulte