»Liebe und Lassenmüssen...« Persönliche Momente im Werk von Käthe Kollwitz
4. Februar – 22. März 2020
5. August – 27. September 2020

»Liebe und Lassenmüssen...«

Persönliche Momente
im Werk von Käthe Kollwitz

Käthe Kollwitz (1867–1945) gilt heute als die bedeutendste deutsche Künstlerin der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Bereits zu Lebzeiten besitzt ihr Werk weltweite Strahlkraft. Eine Vielzahl ihrer eindringlichen Zeichnungen, Druckgraphiken und Skulpturen entsteht in direkter Auseinandersetzung mit persönlichen Erfahrungen – Glücksmomenten ebenso wie Schicksalsschlägen.

Im 75. Todesjahr der Künstlerin lenkt das Käthe Kollwitz Museum Köln den Blick auf die persönlichen Aspekte ihres Œuvres. In zwei Ausstellungen mit unterschiedlichen, ja gegensätzlichen Schwerpunkten wird deutlich, wie Kollwitz diese in Werken von emotionaler Schlagkraft zur Allgemeingültigkeit ausarbeitet. So thematisiert die Frühjahrsschau (4.2.–22.3.2020) Motive des Abschieds, des »Lassenmüssen«, während die Sommerausstellung (5.8.–27.9.2020) die »Liebe« in den Fokus stellt.

to_top

Liebe und Lassenmüssen des Geliebtesten,
und es halten – immer dasselbe... «

… sinniert die Kollwitz im Januar 1915 in einem Brief an ihren Sohn Hans. Wie ein roter Faden zieht sich die künstlerische Reflexion von privaten und auch intimen Momenten durch ihr Lebenswerk. Zahlreiche der innigsten Motive entwickelt sie aus Erlebnissen im familiären Umfeld.

» Liebe... «
(5. August – 27. September 2020)

Es ist erstaunlich, wie viel Nähe Kollwitz auch dem Betrachter zugesteht, wenn sie ihr persönlichstes Fühlen künstlerisch zum Ausdruck bringt. Mit diesem Bewusstsein lässt sich unvermutet selbst in den bekanntesten Werken Privates wiederfinden – sei es in einzelnen Blättern ihrer graphischen Zyklen, in meisterhaften Zeichnungen oder ihrem plastischen Œuvre. Denn »…mitfühlen, mitkämpfen, mitnötig sein: Nichts kennzeichnet den Menschen Käthe Kollwitz und ihr Werk besser als diese emotionale und auf Gemeinsamkeit zielende Präposition ›mit‹.« (C. Krahmer). Dabei entwirft die Künstlerin stets neue Ausdrucksformen, nie dagewesene Motive für ihre Gefühle: Zeugnisse ihres singulären Schaffens.

» ...Lassenmüssen... «
(4. Februar – 22. März 2020)
Die Liebe ist bei ihr oft eng mit Abschied oder Tod verwoben. So führt die lebensbedrohliche Diphterie-Erkrankung des älteren Sohnes Hans im Jahr 1908 zu einer Serie ihrer eindrucksvollsten Arbeiten: Eine Frau ringt mit dem personifizierten Tod um das Leben ihres Kindes. Sie nähert sich dem bewegenden Thema in virtuosen Kreide-, Kohle- und Bleistiftzeichnungen von höchster Eindringlichkeit und Tiefe. Immer wieder verwirft die Künstlerin dabei mögliche Lösungen und ringt um eine allgemeingültige und verständliche Darstellungsform. Wenige Jahre später sollte sie ihren jüngeren Sohn Peter im Krieg verlieren. Dieses Leid verändert nicht nur die Mutter, sondern auch die Künstlerin und ihr Werk.

Das Käthe Kollwitz Museum Köln, das am 40. Todestag der Künstlerin gegründet wurde und im Jahr 2020 auf sein 35-jähriges Bestehen zurückblickt, schöpft mit beiden Präsentationen aus dem eigenen, umfangreichen Sammlungsbestand. Im Fokus stehen dabei neben den bekannten Meisterwerken der Künstlerin jeweils selten ausgestellte Blätter – zeichnerische Einblicke in ihren Alltag, die von Liebe und Leid, von Freunden und Familie ebenso wie von biographischen Wendepunkten in ihrem Leben erzählen.

Galerie

fÜHRUNGEN UND vERANSTALTUNGEN

4.2. - 22.3.2020


jeden So und Feiertag


15 Uhr



jeden Do


17 Uhr


Kosten: nur Eintritt

Öffentliche Führungen

»Liebe und Lassenmüssen...« – Persönliche Momente im Werk von Käthe Kollwitz


»Liebe und Lassenmüssen des Geliebtesten, und es halten (wollen) – immer dasselbe« …sinniert die Kollwitz im Januar 1915 in einem Brief an ihren Sohn Hans. Wie ein roter Faden zieht sich die künstlerische Reflexion von privaten und auch intimen Momenten durch ihr Lebenswerk. Mit zwei Ausstellungen im 75. Todesjahr der Künstlerin lenkt das Käthe Kollwitz Museum Köln den Blick auf die persönlichen Aspekte ihres Œuvres.
Im Fokus der Frühjahrschau steht der bewegende Themenkomplex des Abschieds, des »Lassenmüssen«, dem sich die Künstlerin in virtuosen Kreide-, Kohle- und Bleistiftzeichnungen von höchster Eindringlichkeit und Tiefe nähert.

Mittwoch

4.3.2020

18.30  Uhr

Kosten: 7,50 € / erm. 4,50 €

Film im Forum

Kollwitz - Ein Leben in Leidenschaft

Tickets und Reservierung:
Tel. 0221 / 227-2602
oder museum@4b7d7d30d1284ea89eaf5410aaa9a855kollwitz.de

D 2017 | 52 min. | Regie: Henrike Sandner und Yury Winterberg | Drehbuch: Sonya Winterberg | Eine Produktion von LOOKS in Koproduktion mit rbb in Zusammenarbeit mit ARTE.

Ihr Werk ist in den USA, in Russland und auch China bekannt, die großen Museen in aller Welt zeigen ihre Arbeiten, und Sammler zahlen auf Kunstauktionen hohe Preise. Ihr Mahnmal »Trauernde Eltern« auf dem Soldatenfriedhof im belgischen Vladslo gilt als die bedeutendste Grabplastik unserer Zeit. Die Botschaft ihres bekanntesten Plakats »Nie wieder Krieg!« ist heute aktueller denn je.
Doch wie viel weiß man eigentlich über die Künstlerin? Wer war diese Frau hinter den Werken, die einen noch immer so ergreifen? Der Dokumentarfilm Kollwitz - Ein Leben in Leidenschaft begibt sich auf Spurensuche.
mehr dazu

Sa-So

14.-15.3.2020

11-17 Uhr

Kosten: 95 € (zzgl. Material)
Leitung: Kathrin Kleinau

Wochenend-Workshop für Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren

»Aber die Plastik … die bringt etwas Neues!« - Portraitmodellieren mit Ton

Begrenzte Teilnehmerzahl!
Anmeldung bis 11.3.2020 unter
Tel. 0221 / 227-2602
oder museum@652104c5ffe044a48f69924bbf47478ckollwitz.de

Das Selbstbildnis ist im Werk von Käthe Kollwitz eine feste Größe. Nicht nur in über 70 Zeichnungen und Druckgraphiken erforscht sie immer wieder die eigenen Gesichtszüge, sondern auch in einem plastischen Selbstportrait.
Daran angelehnt führt der Workshop unter professioneller Anleitung der Kölner Bildhauerin Katrin Kleinau in das Portraitmodellieren ein. Anhand eines lebenden Modells entstehen Tonskulpturen, die auch zum späteren Brennen vorbereitet werden können.
mehr dazu

Weitere Informationen zum Begleitprogramm der Ausstellung - auch für Kinder! - finden Sie in der Veranstaltungsübersicht