Plakat »Helft Russland!«, 1921

Kreidelithographie (Umdruck), Kn 170 A I

Käthe Kollwitz, Plakat »Helft Russland«, 1921, Kreidelithographie (Umdruck), Kn 170 A I
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Arbeite mit den Kommunisten mit gegen den fürchterlichen Hunger in Rußland. Bin dadurch wieder ins Politische hineingezogen ganz gegen meinen Willen. Hab ein Plakat gemacht, einen zusammenbrechenden Mann, dem sich helfende Hände entgegenstrecken. Es ist gut – Gott sei Dank.«
Käthe Kollwitz, Tagebücher, 12. September 1921

Die anhaltende extreme Trockenheit führt 1921 an der unteren Wolga zu einer Hungerkatastrophe, die das Leben von 25 bis 30 Millionen Menschen bedroht. Die russische Regierung wendet sich infolgedessen an die Weltöffentlichkeit.

Als bedeutenden Beitrag schafft Käthe Kollwitz dieses Plakat für die Internationale Hungerhilfe. Wie wichtig ihr diese Arbeit für die notleidenden Menschen ist, trotz der damit verbundenen ungewollten politischen Vereinnahmung, geht bereits aus einem Brief an den Sohn Hans von August 1921 hervor:

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Ich bin nun doch in der kommunistischen Russenhilfe eingefangen. Wenn ich nur wirklich etwas helfen könnte, vielleicht mit einem Plakat. Ich würd es so gern tun.«
Käthe Kollwitz, Briefe an den Sohn, August 1921