Plakat »Mütter gebt von eurem Überfluß!« 1926

Kreidelithographie (Umdruck) Kn 227

Käthe Kollwitz, Plakat »Mütter gebt von eurem Überfluß!« 1926, Kreidelithographie (Umdruck) Kn 227

Bereits 1921 schreibt Käthe Kollwitz an Marie-Elise Kayser, die 1919 in Magdeburg
die erste Frauenmilch-Sammelstelle eröffnet:

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Ich finde die Idee glänzend. Sicher ist das ein Weg, die Säuglingssterblichkeit herabzudrücken. Ein Plakat, das für diese Idee wirbt, denke ich mir so, daß eine junge fröhliche Frau mit voller Brust, an der sich ihr eigenes Kind bereits satt getrunken hat, das sie aber noch im Arm hat, ein fremdes schwächliches Kind in den anderen Arm nimmt und anlegt. Ich möchte sowas schon gern machen - schon weil ich die ganze Idee so glücklich und erfreulich finde - aber doch kann ich es Ihnen nicht Zusagen, oder frühestens erst bis zum Februar.«
Käthe Kollwitz, Briefe der Freundschaft, 16.12.1921

Der Termin verstreicht jedoch und eine Korrespondenz mit Zu- und Absagen zieht sich über mehrere Jahre hin. Erst 1926 ringt sich Käthe Kollwitz schließlich zur Annahme des Auftrags durch:

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Meine Absage läßt mir doch keine Ruhe und ich möchte nun so sagen: Ich versuche gleich die Sache vorzunehmen. Glückt sie, dann erhalten Sie sie bis zum 10. November, glückt sie nicht, dann kann ich sie eben nicht, wenigstens jetzt nicht, machen [...]« 
Käthe Kollwitz, Briefe der Freundschaft, 31.10.1926