Selbstbildnis, 1924

Kreidelithographie (Umdruck), Kn 209 b

Käthe Kollwitz, Selbstbildnis, 1924, Kreidelithographie (Umdruck), Kn 209 b

Diese 1924 entstandene Lithographie zeugt von einer privaten Lebenskrise, in der die Künstlerin verstärkt das Altern und die nachlassenden körperlichen Kräfte empfindet.

Die verschatteten Augen und betont herausgearbeiteten Tränensäcke, die den Blick der Künstlerin hier müde und erschöpft erscheinen lassen, finden sich auch in dem Kohle-Selbstbildnis NT 988. Kollwitz selbst ist sich bei der Datierung der Zeichnung, die sie erst Jahre später vornimmt und mit Fragezeichen versieht, offensichtlich unsicher, doch eine Zuordnung des Portraits zum lithographierten Selbstbildnis von 1924 liegt auch für sie nahe.

Trotz des dargestellten intimen Moments lässt die Künstlerin die Lithographie in der als Mappen-Werk herausgegebenen vierten Jahresgabe vom Kreis graphischer Künstler und Sammler, Verlag Arndt Beyer, Leipzig 1924, veröffentlichen. Heute ist es ihr bekanntestes Selbstbild.

Zeichnung im Kontext

Käthe Kollwitz, Selbstbildnis en face, 1923?, Kohle auf Transparentpapier, NT 988

Käthe Kollwitz, Selbstbildnis en face, 1923?, Kohle auf Transparentpapier, NT 988